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Niedersachsen Edeka schnürt Schäfer’s-Pakete
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Edeka schnürt Schäfer’s-Pakete
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22:08 16.05.2013
Von Lars Ruzic
Schon „privatisiert“: Meffert-Filiale der Edeka-Minden-Tochter Schäfer’s im hannoverschen Stadtteil Kirchrode.
Schon „privatisiert“: Meffert-Filiale der Edeka-Minden-Tochter Schäfer’s im hannoverschen Stadtteil Kirchrode. Quelle: Kleinschmidt
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Minden

Die alleinstehenden Läden will die Regionalgesellschaft vor allem an bisherige Bezirksleiter von Schäfer’s abgeben. Dafür würden derzeit Pakete von je drei bis fünf Filialen geschnürt, die die Existenzgründer dann übernehmen könnten, sagte Edeka-Minden-Chef Mark Rosenkranz gestern bei der Bilanzvorlage in Minden. „Wir sind davon überzeugt, dass wir damit den richtigen Weg gehen.“

Schäfer’s ist mit 868 Filialen und 273 Millionen Euro Umsatz Deutschlands größter Filialbäcker. Die Läden verteilen sich auf das Geschäftsgebiet der Edeka Minden-Hannover, das sich von der niederländischen bis zur polnischen Grenze erstreckt. Ein traditioneller Schwerpunkt der Bäckereikette ist Niedersachsen – nicht zuletzt nach der Übernahme des hannoverschen Großbäckers Meffert. Der größte der fünf Produktionsbetriebe mit gut 430 Mitarbeitern steht in Lehrte, allein im Stadtgebiet von Hannover kommt Schäfer’s auf mehr als 50 Geschäfte.

Der Backkonzern mit seinen gut 6300 Beschäftigten leidet seit Jahren unter dem scharfen Wettbewerb in der Branche. Alle Handelsriesen haben inzwischen frisch (auf-)gebackenes Brot im Sortiment. Das macht den traditionellen Handwerksbäckern das Leben schwer. Die Edeka macht sich zusätzlich intern Konkurrenz, wenn im selben Supermarkt Backshop und Schäfer’s-Filiale aufeinander treffen. „Wir haben alle zu kämpfen“, räumte Rosenkranz ein.

Die Trennung von Produktion und Verkauf soll das Problem nun lösen. Das hatte der Handelsriese bereits Ende 2012 verkündet. Derzeit befinde sich die Umsetzung in der Pilotphase – mit 28 Läden in der Vorkassenzone, die Edeka-Genossen wie Jürgen Cramer aus Burgdorf übernommen haben und mit 15 alleinstehenden Geschäfte, die an vier Existenzgründer gingen. Dass Selbstständige ihre Geschäfte erfolgreicher führen könnten als ein Konzern, zeige die jahrelange Erfahrung mit der „Privatisierung“ der Edeka-Märkte, so Rosenkranz. Er gab sich deshalb auch optimistisch, für alle Filialen – darunter 350 alleinstehende – Betreiber zu finden.

Existenzgründer könnten sich auf die volle Unterstützung der Edeka verlassen, sagte Vorstand Wolfgang Mücher. „Wir haben ein Rundum-Paket geschnürt.“ So bräuchten die Jungunternehmer kein Eigenkapital mitzubringen und erhielten umfangreiche Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen. Zudem solle im Zweifelsfall über eine Anpassung der Mieten sichergestellt werden, dass der Betreiber sein Auskommen habe. Das Modell findet Mücher zufolge bereits Anklang: „Die Nachfrage nach dieser Art der Selbstständigkeit ist sehr groß.“

Carola Böse-Fischer 16.05.2013
Albrecht Scheuermann 16.05.2013
Jens Heitmann 15.05.2013