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Niedersachsen Einigung bei Contitech in Salzgitter
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Einigung bei Contitech in Salzgitter
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21:53 17.06.2015
Von Lars Ruzic
Bereits im September wird der Standort in Salzgitter mit dem Absenken des Produktionsniveaus beginnen, endgültig geschlossen werden soll er Ende Juni 2016. Quelle: dpa
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Hannover

Die Schließung des Contitech-Werks in Salzgitter ist ausgemachte Sache. Unternehmen und Arbeitnehmervertreter haben sich in der fünften Verhandlungsrunde auf ein Eckpunktepapier geeinigt, das die Modalitäten regelt. Es sieht alternative Jobangebote, überdurchschnittliche Abfindungen und die Schaffung einer Transfergesellschaft für die 220 Betroffenen vor. Beide Seiten begrüßten die Einigung. „Mehr ging nicht“, sagte Betriebsratschef Axel Müller der HAZ.

Bereits im September wird der Standort mit dem Absenken des Produktionsniveaus beginnen, endgültig geschlossen werden soll er Ende Juni 2016. Die Maschinen dürften an andere Standorte gehen, womöglich auch im Ausland. Salzgitter produziert Klima-Schlauchleitungen und schreibt damit schon länger rote Zahlen. Zuletzt hatte der Standort auch noch einen Folgeauftrag für den in Hannover gefertigten VW Transporter verloren. Damit sah das Management keine Perspektive mehr für das 20 Jahre alte Werk, das auf eine Ausgliederung der benachbarten VW-Motorenfabrik zurückgeht.

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Die nun gefundene Einigung sieht vor, dass Conti allen Festangestellten alternative Jobs in den je gut eine Fahrstunde entfernten Werken Hannover-Vahrenwald und Northeim anbietet. Es sind die größten Contitech-Standorte in Niedersachsen mit jeweils weit mehr als 1000 Beschäftigten. Der Wechsel soll den Betroffenen mit einer Prämie schmackhaft gemacht werden. Außerdem will der Konzern einen Gratis-Bustransfer organisieren, falls genug Interessenten zusammenkommen. Wer sich innerhalb eines Jahres doch noch gegen die neue Stelle entscheidet, kann immer noch die reguläre Abfindung in Anspruch nehmen. Wer an Bord bleibt, dem winkt ein weiterer Bonus.

Die Höhe der Abfindung ist im Detail noch nicht ausverhandelt. Doch hat Contitech bereits einen „schließungsbedingten Härtefallausgleich“ angeboten. Müller geht davon aus, dass die Konditionen am Ende ähnlich sein werden wie bei der Schließung der Lkw-Reifenfertigung in Hannover-Stöcken vor sechs Jahren. Damals bekamen die Betroffenen 1,15 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Gesetzlich ist nur eine Quote von 0,5 Gehältern pro Jahr vorgeschrieben. Verständigt haben sich beide Seiten auch auf die Schaffung einer Transfergesellschaft für diejenigen, die keinen Job an anderen Conti-Standorten annehmen wollen und vor Ort nichts Neues finden. Sie soll die Betroffenen für zwölf Monate weiterqualifizieren.

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