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Niedersachsen e.on baut 300 Stellen in Hannover ab
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen e.on baut 300 Stellen in Hannover ab
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00:17 17.11.2014
Von Jens Heitmann
Foto: Der Energiekonzern e.on will in Hannover 300 Stellen abbauen.
Der Energiekonzern e.on will in Hannover 300 Stellen abbauen.  Quelle: Droese
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Hannover

Der Konzern will dort die Führung von zwei Kraftwerksgesellschaften zusammenfassen. Bisher steuert das Unternehmen seine Kohle- und Atomkraftwerke aus Hannover – die Sparte für die erneuerbaren Energien sitzt in Essen. In der dortigen Zentrale will e.on die neue Einheit ansiedeln.

In den vergangenen Monaten haben alle Mitarbeiter der konventionellen Kraftwerkssparte in Hannover ein entsprechendes Schreiben bekommen. Die Optionen werden darin klar umrissen: Wer nicht nach Essen umziehen will, kann entweder mit einer Abfindung ausscheiden, in eine Beschäftigungsgesellschaft wechseln oder – falls alt genug – in den Vorruhestand gehen. Wer keine Wahl trifft, muss mit der Kündigung Ende Juni 2015 rechnen.

Mit dem Zusammenschluss der Kraftwerkssparten reagiert e.on auf den Wandel auf dem Stromerzeugungsmarkt. Wie die anderen großen Versorger leidet auch der Konzern unter den Folgen der Energiewende: Wegen der stetig steigenden Einspeisung von Ökostrom verdienen die konventionellen Kraftwerke weniger Geld. Darauf müsse man reagieren, hießt es. Deshalb hat der Konzern parallel zum laufenden Sparprogramm „e.on 2.0“ ein weiteres Projekt mit dem Titel „Next Generation“ gestartet. Mit „e.on 2.0“ will der Vorstand bis zu 11.000 Stellen abbauen und so die Kosten nachhaltig um 1,5 Milliarden Euro senken.

Die neue Geschäftseinheit in Essen werde „anders aussehen, sich anders anfühlen und anders arbeiten als die heute existierenden Einheiten“, hatte es in einem Schreiben an die Mitarbeiter im Frühjahr geheißen.
Inzwischen konnten sich Beschäftigte aus Hannover ein genaueres Bild davon machen: Einige waren zu einem „Schnuppermonat“ in der neuen Zentrale. Man sei nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen worden, hieß es hinterher. Entsprechend gering sei die Wechselbereitschaft in Hannover, sagt ein Beteiligter. Weniger als jeder Dritte der Angeschriebenen wollten umziehen. Unter den Technikern gebe es noch das meiste Interesse, in der Verwaltung sei es deutlich geringer: „Von den Personalern will kein einziger mit.“

Auch die Führungskräfte stehen vor einem Problem: Sie müssen sich auf die Stellen in Essen bewerben. Bei der von dem Unternehmen angestrebten Verjüngung des Managements sei das kein Selbstläufer, heißt es. „Damit bestätigt sich unser Anfangsverdacht“, sagt der zuständige ver.di-Fachsekretär Christopher Schmidt. „Der Konzern will sich auf geräuschlose Weise der Beschäftigten entledigen.“     

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