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Niedersachsen Strompreise erreichen Rekordniveau
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Strompreise erreichen Rekordniveau
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13:57 01.04.2019
Der Strompreis in Deutschland bewegt sich auf Rekordniveau. Quelle: dpa
Hannover

Die Strompreise für private Haushalte sind auf ein Rekordniveau gestiegen. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox kostet eine Kilowattstunde im bundesweiten Durchschnitt aktuell 29,42 Cent. Im ersten Quartal hätten rund zwei Drittel der 826 Grundversorger hierzulande die Preise um durchschnittlich rund 5 Prozent erhöht. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden per anno bedeute das Mehrkosten von rund 60 Euro im Jahr. „Der Anstieg wird sich auch in den kommenden Monaten weiter verfestigen“, sagte Energieexperte Valerian Vogel.

Die Versorger begründen ihre Preiserhöhungen mit den gestiegenen Einkaufspreisen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur habe diese im vergangenen Jahr um knapp ein Drittel zugelegt – die Energieunternehmen geben die höheren Beschaffungskonditionen meist erst mit einer gewissen Verzögerung an die Kunden weiter. An der Strombörse sind die Preise seit den Höchstwerten vom Herbst wieder etwas gesunken. Auch Kohle und Gas haben sich im Einkauf verbilligt. Im Gegenzug sind jedoch die Kosten für die Zertifikate , die zum Ausstoß von Kohlendioxid berechtigen, deutlich gestiegen. Die Stadtwerke Hannover wollen ihre Stromtarife stabil halten, sagte ein Enercity-Sprecher.

Der Anstieg der Großhandelspreise reicht nach Einschätzung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) noch nicht aus, um Investoren zum Bau neuer Gaskraftwerke zu bewegen. Derzeit seien insgesamt nur 64 Kraftwerksprojekte in Planung, die zu jeder Zeit Strom produzieren können, sagte der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, am Montag bei der Hannover Messe. Nur vier Gasmeiler befänden sich im Bau: „Wir brauchen zur Flankierung der Energiewende aber dringend neue, CO2-arme Kraftwerke.“

Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft und dem allmählichen Auslaufen der Kohlekraftwerke schrumpft die Kapazität in der konventionellen Erzeugung nach BDEW-Berechnungen bis 2023 von heute knapp 89.000 auf rund 67.000 Megawatt – die aktuell benötigte Spitzenlast hierzulande liegt laut Bundesnetzagentur bei 81.000 Megawatt. Um die Lücke zu schließen, bedürfe neben weiteren Gaskraftwerken zusätzlicher Windparks auf dem Meer und neuer Stromleitungen von der Küste nach Süddeutschland. „Wir müssen bauen, bauen, bauen“, sagte Kapferer.

Um Anreize für Investitionen in neue Kraftwerke zu schaffen, plädiert der Verband für eine Senkung der Steuern, Abgaben und Umlagen, die inzwischen rund 54 Prozent des Strompreises ausmachen. „Wir wollen zwar, das Strom immer mehr genutzt wird – etwa für Elektrofahrzeuge – gleichzeitig machen wir ihn aber immer teurer, obwohl er immer grüner wird“, sagte Kapferer. Der BDEW fordert, stattdessen den Verkehrsbereich und den Wärmemarkt stärker zu belasten – beide hätten ihre Klimaschutzziele bisher nicht erreicht. „Wenn wir fünf Millionen alte Ölheizungen austauschen, wäre das ein Riesenpotenzial zur Einsparung von CO2-Emissionen.“

Von Jens Heitmann

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