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Niedersachsen Euroblech startet mit über 1500 Ausstellern
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Euroblech startet mit über 1500 Ausstellern
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21:07 23.10.2012
Foto: Manche Arbeiten erfordern eine besondere Schutzausrüstung. Auf der Euroblech geht es um Neuheiten bei der Blechbearbeitung.
Manche Arbeiten erfordern eine besondere Schutzausrüstung. Auf der Euroblech geht es um Neuheiten bei der Blechbearbeitung. Quelle: Herzog
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Hannover

Auf dem am Boden liegenden Heimatmarkt gibt es für die griechische Firma Gizelis derzeit wenig zu holen. Dort musste der Hersteller von hydraulischen Abkantpressen oder Schnittscheren wegen der Rezession Federn lassen. Umso wichtiger sind für Gizelis deshalb die Exporte – und hier konnte das 100-Mitarbeiter-Unternehmen, das mit der Lörracher Firma Boschert zusammenarbeitet, nach eigenenen Angaben in etlichen Ländern deutlich zulegen.

Um Kontakte zu Auslandskunden zu knüpfen, ist auch Gizelis-Manager Vassilios Brachos auf der Euroblech in Hannover. Sein Unternehmen ist einer von drei griechischen Ausstellern, die auf der Fachmesse für die blechbearbeitende Industrie vertreten sind und zeigen wollen, dass Griechenland trotz Schuldenkrise einiges zu bieten hat. Würde das Land die europäische Währungsunion verlassen, könnten griechische Exporteure profitieren, da die Drachme wohl abgewertet würde. Griechische Produkte würden dann auf den internationalen Märkten billiger. Das sei aber nur die eine Seite, sagt Brachos. Eine andere seien Gefahren für die Stabilität im Land: „Jeder in Griechenland will, dass wir beim Euro bleiben.“

Auf der Euroblech präsentieren sich bis zum Sonnabend mehr als 1500 Aussteller aus 39 Ländern. Die Firmen stellen Maschinen und Werkzeuge aus, die man zum Pressen, Biegen, Formen, Stanzen oder Schneiden von Blechen benötigt. Ein Themenschwerpunkt sind auch ressourcenschonende Produktion und Leichtbauweise. So informiert der Salzgitter-Konzern über eine Stahlsorte für den Automobilbau, die robust und dennoch vergleichsweise leicht ist.

Die Messe findet in einer Zeit statt, in der sich die Konjunktur abkühlt und die Euro-Krise die Wirtschaft belastet. Gleichwohl seien die Firmen selbstbewusst nach Hannover gekommen, betont der Veranstalter Mack Brooks Exhibi-
tions. „Viele Aussteller auf der Euroblech haben ihre Standflächen vergrößert und ihre Stände aufwendiger denn je gestaltet“, sagt Messedirektorin Nicola Hamann. Weltweit tätig zu sein sei für die blechbearbeitende Industrie unabdingbar. „Während die etablierten Märkte in Europa und den USA stagnieren, sind in Asien und Südamerika Wachstumsmärkte hinzugekommen.“

Eine „gewisse Abschwächung“ der Konjunktur spürt nach den Worten von Projektmanager Claudio Ippolito auch die hannoversche Firma Sorst Streckmetall. Streckgitter des zu Gibraltar Industries gehörenden Unternehmens werden bei Gebäudefassaden, Maschinenverkleidungen, Zäunen, Filtern oder Siebtechnik verwendet. Anzeichen für eine tiefere Krise sieht Ippolito nicht. Auch Ulrich Meloh von Gruse Maschinenbau – ein Anbieter von Hub- und Fördersystemen in Aerzen – ist guter Dinge. Vor Kurzem sei bereits die Messe Motek in Stuttgart für das Unternehmen „hervorragend“ gelaufen. „Die haben uns den Stand eingerannt.“

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