Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Existenzgründungen in Niedersachsen steigen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Existenzgründungen in Niedersachsen steigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:08 16.11.2013
Immer mehr Menschen in Niedersachsen machen sich selbstständig. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die Zahl der Existenzgründungen in Niedersachsen scheint nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren wieder zu steigen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei verschiedenen Institutionen. Bis zum 31. August 2013 gab es in Niedersachsen laut Wirtschaftsministerium rund 32 600 Existenzgründungen, 2012 waren es insgesamt nur rund 27 000 im ganzen Jahr.

"Die Zahl der Gewerbeanmeldungen war 2012 auf dem niedrigsten Stand seit 2002", sagte Stefan Wittke, Pressesprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. "Eine Tendenz nach oben scheint erkennbar", bewertete er vorsichtig die Zahlen. Verlässliche Zahlen für 2013 gebe es jedoch erst frühestens im April 2014.

Anzeige

Über die Gründe für die Steigerung lässt sich bislang nichts sagen. "Immer wenn der Arbeitsmarkt ungünstig ist, tendieren die Menschen eher dazu, sich selbstständig zu machen", sagte Sonja Kazma, Pressesprecherin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. Gleichzeitig gab es zum Jahreswechsel 2011/2012 eine grundlegende Reform der Förderung von Existenzgründern durch die Bundesagentur, die die Zahlen massiv verringert hat. "Gab es 2011 noch rund 10 700 Menschen, die einen Gründerzuschuss bekommen haben, waren es 2012 nur noch etwa 1600." Die Förderung von Gründern durch den Bund ist seitdem keine Pflicht mehr. Das Thema wird aktuell auch bei den Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD in Berlin besprochen.

Laut Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern kommt es zu den meisten Gründungen im Dienstleistungsbereich. "Ein wesentlicher Grund für die Beliebtheit der Branche ist, dass in der Regel relativ wenig Startkapital benötigt wird", sagte die Pressesprecherin der IHK Oldenburg, Imke Voigtländer. Besonders im Bereich IT-Dienstleistungen würde es vermehrt Gründungen geben. "Zudem nehmen Gründungen von Online-Shops, sowohl als alleiniger Vertriebsweg als auch als Vertriebsergänzung in bestehenden Konzepten zu", sagte die Sprecherin der IHK Lüneburg-Wolfsburg, Ilseken Roscher.

Dass eine Gründung noch lange keinen Erfolg bedeutet, zeigen die Statistiken der IHK und der Handwerkskammern: Nach drei Jahren seien nur rund die Hälfte der Existenzgründer erfolgreich. "Doch die Tendenz ist positiv", sagte die Sprecherin der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, Julia Danne. "Die Existenzgründer sind besser vorbereitet als früher und haben sich auch gezwungenermaßen eher mit Dingen wie Businessplan, Steuern oder Zielgruppe auseinandergesetzt."

Dafür sorgten auch die verschiedenen Maßnahmen vom Land, Bundesagentur und den Kammern, die Existenzgründer in den Bereichen schulen, Hilfe geben und Coaching durch Experten geben. Auch die Gründungsinstitutionen wie hannoverimpuls, das Innovationszentrum Niedersachsen Strategie und Ansiedlung GmbH oder das Gründerhaus Osnabrück hätten vielen Gründern in den vergangenen Jahren geholfen, sagte Wittke. Dass eine Gründung nicht nur die eigene berufliche Lage verbessert, zeigen die Zahlen der Bundesagentur. "Rund die Hälfte der erfolgreichen Gründer schaffen auch neue Jobs für andere Menschen", sagte Kazma.

dpa

Niedersachsen Auftragsflaute und teure Reparaturen - Stahlkocher Salzgitter tiefer in roten Zahlen
14.11.2013
Niedersachsen Größter Rückruf der Konzerngeschichte - VW ruft 2,6 Millionen Autos zurück
14.11.2013