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Niedersachsen „Frauen im Vorstand sind Erfolgsgarant“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Frauen im Vorstand sind Erfolgsgarant“
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07:47 19.01.2012
Die Wirtschaftsmathematikerin Ulrike Brouzi ist Mitglied des Nord/LB-Vorstands.
Die Wirtschaftsmathematikerin Ulrike Brouzi ist Mitglied des Nord/LB-Vorstands. Quelle: dpa
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Hannover/Stuttgart

Mit Frauen in der Führungsetage wirtschaften Firmen erfolgreicher. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young bei den 300 größten börsennotierten Unternehmen Europas. Die Studie vergleicht die Jahre 2005 und 2010 und lässt den Schluss zu, dass – zumindest statistisch gesehen – Frauen an der Unternehmensspitze ein eindeutiger Erfolgsgarant sind.

Demnach entwickelten sich die wichtigen Kenndaten Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl und Börsenwert positiver als im Durchschnitt aller Unternehmen, wenn in den Führungsetagen – sowohl 2005 als auch 2010 – wenigstens eine Frau saß. Selbst dann, wenn mindestens eine Frau erst bis 2010 in die frühere Männerdomäne kam, wirkte sich das spürbar auf den Gewinn der Firmen aus.

Vernichtend ist das Urteil für Konzernspitzen, die auch 2010 noch reine Männerzirkel waren. Umsatz, Gewinn, Börsenwert oder Beschäftigung – alles entwickelte sich schlechter als beim Durchschnitt. „Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern haben sich im Zeitraum 2005 bis 2010 bei allen Kennziffern besser entwickelt als Unternehmen ohne weibliche Vorstandsmitglieder. Besonders groß ist der Abstand bei Umsatz und Gewinn“, bilanziert die Studie.

Die Ergebnisse dürften Wasser auf die Mühlen der Verfechter einer Frauenquote sein. Jedoch hat die Studie methodisch gesehen das Problem mit der Henne und dem Ei. Fakt ist: Dort wo Frauen in den obersten Etagen sitzen, läuft es einfach besser. Ungeklärt bleibt aber, wie groß der Anteil der weiblichen Kompetenz an diesem Phänomen ist. Sorgen die Frauen für wirtschaftlichen Schub? Oder ist es vielmehr so, dass in wirtschaftlich ohnehin erfolgreichen Unternehmen ein Klima herrscht, das Personalentscheidungen auch an der Firmenspitze nicht vom Geschlecht abhängig macht?

Unabhängig davon belegen wissenschaftliche Studien, dass Frauen Teams positiv beeinflussen – und auch ein Vorstand sollte ein Team sein. So zeigten US-Wissenschaftler 2011, dass der Erfolg einer Gruppe nicht vom Intelligenzquotienten ihrer Mitglieder abhängt. Kommen aber mehr Frauen in das Team, schneidet die Gruppe besser ab. Mehr sogar noch: Je mehr Frauen, desto besser wird es. Die Autoren der Studie sehen einen Grund dafür in dem bei Frauen gewöhnlich besseren „sozialen Gespür“. Das wirke sich positiv auf die Gruppenprozesse aus.
Trotzdem bleiben Frauen in Vorständen deutscher Unternehmen wie Ulrike Brouzi, die dem Vorstand der Nord/LB angehört, rar. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) waren Ende 2011 nur 28 von 943 Vorstandsposten der Top-200-Unternehmen mit Frauen besetzt. Damit liege der Frauenanteil unverändert bei 3 Prozent, sagte DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst. „Hier herrscht eine männliche Monokultur.“ Bei den nach Umsatz größten 200 Unternehmen außerhalb des Finanzsektors gebe es nur eine weibliche Vorstandschefin.

Heiko Lossie