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Niedersachsen GMHütte plant weitere Zukäufe
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen GMHütte plant weitere Zukäufe
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19:14 17.04.2012
Von Carola Böse-Fischer
Quelle: dpa
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Hannover

Die Unternehmensgruppe Georgsmarienhütte (GMH) hält Ausschau nach weiteren Akquisitionen außerhalb Europas. „Wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, greifen wir zu“, sagte Peter van Hüllen, Chef der Georgsmarienhütte Holding, am Dienstag bei der Bilanzvorlage. Zu der Dachgesellschaft gehören 48 Firmen, die in den Bereichen Stahl, Schmiede- und Bahntechnik sowie Guss und Anlagenbau tätig sind.

Bereits 2010 war die GMH-Gruppe mit der Übernahme der brasilianischen Firma MWL Brasil, eines Spezialherstellers von Eisenbahnrädern und -achsen, auf den südamerikanischen Markt vorgestoßen. 2011 folgte der Einstieg in Australien, wo die GMH die Bishop Steering Technology mit Töchtern in den USA und Deutschland sowie „sämtlichen Patentrechten“ kaufte. Das Unternehmen, das Lenksysteme für Pkw und Lkw entwickelt, machte bisher sein Geschäft mit dem Verkauf von Lizenzen. Das werde sich nun ändern, berichtete der GMH-Chef. Bishop, laut van Hüllen weltweiter Technologieführer in diesem Segment, hat inzwischen eine „einbaufertige Lenkungsstange“ entwickelt, die GMH-Gruppe auch selbst vermarkten will.

Bei künftigen Zukäufen sehe man sich in den BRIC-Staaten, Brasilien, Indien und China, um, sagte van Hüllen. Dabei stehe das schnell wachsende China oben auf der Agenda. „Das gehen wir jetzt an.“ Denkbar sei auch eine Expansion in die USA. Dort dürfte sich der Automarkt nach Einschätzung des GMH-Chefs stark verändern, weil auch die Amerikaner inzwischen verbrauchsärmere Fahrzeuge nachfragten.

Auch Neugründungen würden erwogen, um Investitionen „beherrschbar zu halten“. Mit der Internationalisierung verfolgt die GMH das Ziel der Diversifizierung, um weniger abhängig vom Stahl zu werden. Noch in diesem Jahr rechnet van Hüllen mit dem Abschluss von Akquisitionen. Derzeit macht das Auslandsgeschäft ein Drittel des Gruppenumsatzes aus. Dabei entfielen 2011 knapp 19 Prozent der Erlöse auf Europa, 6,7 (Vorjahr: 4,5) Prozent auf Asien und 4,9 (3) Prozent auf Amerika.

Das Jahr 2012 läuft für die Firmengruppe bislang durchwachsen. „Stabil auf hohem Niveau“ sind die Auftragseingänge im Automotive-Bereich, wie van Hüllen sagte. Dagegen verzeichne das Geschäft mit dem Maschinenbau eine „temporäre Delle“, für die es keine „schlüssige Erklärung“ gebe. Nach einem guten Januar seien die Bestellungen im Februar rückläufig gewesen. Für das Gesamtjahr erwartet der GMH-Chef einen Umsatz „mindestens auf Vorjahreshöhe“. Eine Gewinnprognose mied er. „Wir werden auf jeden Fall Geld verdienen“, sagte van Hüllen nur. Gestiegene Energie- und Rohstoffkosten und der harte Wettbewerb seien zu Lasten der Margen gegangen.

2011 hatte die GMH-Gruppe bei einem um knapp 460 Millionen auf rund 2,9 Milliarden Euro erhöhten Umsatz ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 245 (205) Millionen Euro erzielt. Das operative Ergebnis stieg auf 118 (69) Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 52 (19) Millionen Euro übrig.

Albrecht Scheuermann 17.04.2012
17.04.2012