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Niedersachsen Gastgewerbe gegen Hygieneaufkleber
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Gastgewerbe gegen Hygieneaufkleber
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11:15 10.04.2010
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Hygieneaufkleber für Restaurants und Imbisse? Das niedersächsische Gastgewerbe zweifelt an der Tauglichkeit einer solchen Qualitätskontrolle. „Wir halten gar nichts von diesem Vorstoß“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Niedersachsen (Dehoga), Rainer Balke, in Hannover.

Zwar müssten schwarze Schafe ausgeblendet werden und vom Markt verschwinden. Ein Smiley-System wie es beispielsweise in Dänemark eingeführt wurde, hält Balke allerdings für den falschen Weg. „Es gibt ein ausreichendes rechtliches Instrumentarium, das Abweichler auf Linie trimmt, bis hin zur Betriebsschließung.“

Angeregt wurde die Diskussion vom niedersächsischen Verbraucherschutzministerium. Gemeinsam mit Hamburg überlege man derzeit, ein bundesweites „Saubermann“-System anzustoßen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Dabei sollen Aufkleber mit Smileys dem Gast zeigen, ob das Restaurant oder der Imbiss den Hygienevorschriften entspricht.

Balke warnte jedoch vor einer Stigmatisierung von Gaststätten durch solche Plaketten. Da man nicht alle Betriebe niedersachsenweit gleichzeitig überprüfen könne, würden manche Gaststätten und Imbisse die Plaketten erst später erhalten. Der durchschnittliche Betrieb werde etwa alle ein bis zwei Jahre kontrolliert. „Und wenn an einem der Häuser in dieser Zeit kein Smiley ist, wird dem Gast suggeriert, dass in diesem Betrieb etwas nicht in Ordnung ist.“

Zudem sei es eine „Selbstverständlichkeit“, sich an die Vorschriften zu halten, sagte Balke. „Da muss der Staat nicht sagen, dafür kriegst du einen Beppel aufgepackt.“

lni