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Niedersachsen Geldsegen für Rück-Aktionäre
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Geldsegen für Rück-Aktionäre
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00:21 13.03.2015
Von Albrecht Scheuermann
„Ein recht ordentliches Ergebnis“: Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin hat gut lachen.
„Ein recht ordentliches Ergebnis“: Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin hat gut lachen. Quelle: Jochen Lübke
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Hannover

 Die Börse reagierte erfreut auf die Geschäftszahlen: Die Hannover-Rück-Aktie ging zeitweise um 5 Prozent nach oben und überwand erstmals überhaupt die Marke von 90 Euro.

Wallin begründete die Sonderausschüttung mit der üppigen Kapitalausstattung des Unternehmens. „Wir haben mehr Kapital, als wir benötigen.“ Der hohe Gewinn und der durch die EZB-Zinspolitik ausgelöste Wertanstieg von Anleihen katapultierten das Eigenkapital im zurückliegenden Jahr um 28 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Ein kleiner Teil des Anstiegs soll nun an die Aktionäre zurückgegeben werden. Die Sonderdividende lässt insgesamt 145 Millionen Euro abfließen, einschließlich der Normaldividende summiert sich die Auszahlung auf rund eine halbe Milliarde Euro.

Größter Einzelschaden in Libyen

Flotte zerstört: Der teuerste Großschaden für die Hannover Rück ereignete sich im vergangenen Jahr in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Auf dem dortigen Flughafen wurde im Sommer fast die ganze zivile Flugzeugflotte des Landes durch Angriffe von Rebellen zerstört. Die Hannoveraner waren an dem Schaden mit 63 Millionen Euro beteiligt. Zum Vergleich: Der Sturm „Ela“, der Anfang Juni vor allem in Nordrhein-Westfalen gewütet hatte, war für den Rückversicherer mit 49 Millionen Euro die teuerste Naturkatastrophe. Der Abschuss der malaysischen Maschine im Osten der Ukraine am 17. Juli mit fast 300 Toten kostete Hannover Rück knapp 20 Millionen Euro, das vermutlich im März im Pazifik versunkene Flugzeug der Malaysian Airlines schlug mit gut 36 Millionen Euro zu Buche.

Eine zu dicke Kapitaldecke macht es für das Unternehmen auch schwerer, eine hohe Eigenkapitalrendite zu erreichen. Bislang hat die Talanx-Tochter damit aber keinerlei Problem: Mit zuletzt fast 15 Prozent wurde sie in diesem Punkt vergangenes Jahr weltweit nur durch zwei Gesellschaften von den Bermudas überboten – und lag deutlich vor dem Weltmarktführer Münchener Rück.

2014 hat die globale Nummer drei aus Hannover das dritte Jahr in Folge Rekordzahlen geschrieben. Wallin sprach in seiner gewohnt nüchternen Art von einem „recht ordentlichen Ergebnis“. Der Konzerngewinn verfehlte mit 986 Millionen Euro nur knapp die Eine-Milliarde-Marke. Er war 10 Prozent höher als im Vorjahr – und übertraf klar das gesteckte Mindestziel von 850 Millionen Euro.

Dabei half auch die günstige Schadenentwicklung mit. Als Versicherer der Versicherer ist die Hannover Rück in der Regel beteiligt, wenn es irgendwo auf der Welt zu einer Naturkatastrophe kommt, ein Öltanker untergeht oder ein Flugzeug vom Himmel fällt. 2014 gab es zwar laut Wallin relativ viele „kleine Großschäden“, aber richtig gravierende Ereignisse wie zum Beispiel die Überschwemmungen in Deutschland im Jahr 2011 oder die Hagelstürme des Jahres 2013 blieben aus.

Aus den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Hannover Rück gut 4 Prozent mehr Nettoerträge als im Vorjahr, die durchschnittliche Rendite erreichte trotz des Zinstiefs am Anleihenmarkt noch 3,2 Prozent. Bei der Neuanlage erziele man allerdings nur noch etwa 1,7 Prozent, erläuterte Kapitalmarkt-Vorstand Roland Vogel. Aktien habe die Gesellschaft überhaupt nicht im Bestand, das bringe zu viele Schwankungen mit sich. „Ich fühle mich wohl mit unserer Anlagestruktur“, sagte Vogel.

Für das Jahr 2015 gab sich Wallin zuversichtlich. Das Unternehmen bekomme Rückenwind durch den schwachen Euro. Der Start ins neue Jahr sei besser gewesen als erwartet.

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