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Niedersachsen Weniger Schäden, mehr Konkurrenz
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21:41 06.08.2014
Die Hannover Rück muss sich mit mehr Konkurrent auseinandersetzen.  Quelle: Jochen Lübke
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Hannover

Weil zu viel Kapital verfügbar ist, sinken die Preise für solche Versicherungen deutlich. Im März hatte sich die Rückversicherungsgesellschaft des Starinvestors Warren Buffett aus dem Geschäft mit Naturkatastrophendeckung in den USA zurückgezogen.

Hannover Rück – weltweit die Nummer zwei der Branche – hat sich deshalb bei den zur Jahresmitte anstehenden Erneuerung entsprechender Verträge zurückgehalten, wie das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mitteilte. Mit dem Verzicht auf Neugeschäft wolle man die Qualität und Rentabilität des Vertragsbestandes halten.

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Die Talanx-Tochter verdiente von April bis Juni unter dem Strich 211,5 Millionen Euro und damit ein Zehntel mehr als ein Jahr zuvor. Nach sechs Monaten beträgt der Überschuss 444,5 Millionen Euro – man sehe sich daher „auf gutem Weg“, die avisierte Zielmarke von 850 Millionen Euro bis zum Jahresende zu erreichen, erklärte der Konzern.

Die Anleger reagierten dennoch enttäuscht: Der Aktienkurs von Hannover Rück sackte zwischenzeitlich um mehr als 6 Prozent ab. Damit waren die Papiere so günstig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Analysten zeigten sich mit Blick auf Hannover Rück von der heftigen Reaktion an der Börse überrascht: Die Bilanz nach sechs Monaten sei durchweg solide, hieß es übereinstimmend vonseiten der Commerzbank, der DZ Bank und von Equinet. Der Rückversicherer habe sich bei den Vertragserneuerungsrunden zuletzt diszipliniert verhalten, betonte Commerzbank-Analyst Frank Kopfinger.

Hannover Rück hat davon profitiert, dass in den ersten beiden Quartalen deutlich weniger Großschäden zu verkraften waren als üblich. Der größte Einzelschaden resultierte aus einer Unwetterfront mit Sturmböen und Hagel, die Anfang Juni über den Westen Deutschlands hinwegzog und Hannover Rück etwa 33 Millionen Euro kostete. Insgesamt musste Hannover Rück im ersten Halbjahr für Großschäden 105 Millionen Euro ausgeben – und damit weniger als die vom Unternehmen befürchteten 276 Millionen Euro.

Dass sich die geringe Schadenbelastung im zweiten Quartal nicht viel stärker beim Gewinn bemerkbar machte, liegt an den Vorgaben für die Bilanzierung: Anstatt den bisher ungenutzten Puffer gleich vollständig aufzulösen und sich einfach als Gewinn gutzuschreiben, überträgt Hannover Rück das unverbrauchte Budget für die Großschäden ins zweite Halbjahr für mögliche weitere Katastrophen.

Die Kämpfe in Libyen und der Absturz des malaysischen Flugzeugs MH17 in der Ukraine sind für Hannover Rück die größten Belastungen aus der jüngsten Zeit, wie Finanzchef Roland Vogel in einer Telefonkonferenz sagte. Diese Ereignisse stünden jeweils für „einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag“. Für genauere Aussagen sei es noch zu früh. „Aber diese beiden Verluste sollten problemlos von unseren vorhandenen Risikopolstern abgedeckt werden können.“

Swiss Re steigert Gewinn leicht

Konzern bestätigt Ziele: Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat bei den Vertragserneuerungen im Juli mit Schwerpunkt Nord- und Südamerika sowie Australien und Neuseeland das Prämienvolumen um 8 Prozent gesteigert. Der Konzern aus Zürich zeichnete aber weniger Geschäft zur Deckung von Katastrophenschäden. Die Anleger reagierten verschnupft: Der Swiss-Re-Kurs fiel gestern zwischenzeitlich um 3 Prozent auf 74,80 Franken. Im zweiten Quartal profitierte das Unternehmen davon, dass es nur wenige teure Großschäden gab. Auch an den Kapitalmärkten verdienten die Schweizer gut. Der Reingewinn stieg gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres trotzdem nur leicht um 2 Prozent auf 802 Millionen Dollar (600 Millionen Euro). Dies lag unter anderem daran, dass weniger nicht mehr benötigte Schadenreserven aufgelöst werden konnten. Die Prämieneinnahmen wuchsen um 11 Prozent auf 5,56 Milliarden Dollar. Als Ertragsperle erwies sich die größte Geschäftssparte Sachversicherung mit einem Gewinnbeitrag von 553 Millionen Dollar. Swiss Re ist nach den Worten von Konzernchef Michael Lies auf gutem Weg zu seinen Finanzzielen. Aktuell peilt der Versicherer einen Gewinnanstieg je Aktie von 10 Prozent pro Jahr an. Diese Vorgaben gelten noch bis zum kommenden Jahr.

Alexander Hübner und Steffen Weyer

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