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Niedersachsen Gewinn bei Nordzucker bricht ein
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Gewinn bei Nordzucker bricht ein
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19:09 03.06.2014
Von Carola Böse-Fischer
Ein Lkw beim Entladen von Rüben auf dem Gelände der Zuckerfabrik in Uelzen. Quelle: dpa
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Braunschweig

Das sagte Nordzucker-Chef Hartwig Fuchs am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Braunschweig. Dabei seien schon Veränderungen durch die 2017 bevorstehende Marktliberalisierung zu spüren. Dann läuft in der EU die Zuckermarktordnung aus und mit ihr die Zuckerquoten, die bislang das Angebot limitieren und die Preise einigermaßen hochhalten. Die Folge: Der Wettbewerb wird härter.

Angesichts des Preisdruck stellt sich der Braunschweiger Konzern deshalb im laufenden Geschäftsjahr 2014/15 auf weitere „deutliche“ Einbußen bei Umsatz und Gewinn ein. Dies werde auch Folgen für die Vergütungen der Rübenanbauer haben, kündigte Fuchs an. „Die niedrigeren Zuckerpreise werden durchgereicht.“

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Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 (28. 2.) erlitt Europas zweitgrößter Zuckerhersteller bereits einen Einbruch seines Gewinn um mehr als zwei Fünftel. Unter dem Strich standen noch 209 Millionen Euro. Das traf Nordzucker nicht unerwartet. Denn das Jahr davor war laut Fuchs ein absolutes Ausnahmejahr. Daher sei er mit den finanziellen Kennzahlen zufrieden. Die Aktionäre, hauptsächlich die in zwei Holdings organisierten bäuerlichen Anteilseigner, sollen eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie bekommen, im Jahr zuvor hatten sie eine Rekorddividende von 1,80 Euro eingestrichen.

Bei einem nur leicht von 2,44 auf 2,36 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz ging das operative Ergebnis von 506 auf 299 Millionen Euro. Darin ist allerdings die vollständige Abschreibung des Firmenwerts der dänischen Tochter Nordic Sugar in Höhe von 89 Millionen Euro enthalten, wie Finanzchef Michael Noth erklärte. Damit habe man den schlechteren Ertragsaussichten Rechnung getragen. Nordic Sugar ist laut Noth aber profitabel. Dank der sprudelnden Gewinne in den vergangenen drei Jahren ist Nordzucker jetzt schuldenfrei. Zudem wurde das Eigenkapital von 1,29 auf 1,39 Milliarden Euro erhöht, die Eigenkapitalquote stieg dadurch von 53,7 auf 59,3 Prozent.

Den neuen finanziellen Spielraum will Nordzucker nutzen, um sich für das Auslaufen der Zuckermarktordnung zu rüsten - mit einer millionenschweren Expansion in Afrika. Favorit für den Bau einer Rohrzucker-Fabrik sei derzeit Tansania, sagte der Konzernchef. Aber auch Sambia, Südafrika und Mosambique kämen dafür in Frage. Obwohl unter anderem noch Probleme mit der Infrastruktur wie die Bewässerung nicht geklärt seien, soll der Bau der Fabrik „idealerweise“ 2015 beginnen. Die meisten Rübenanbauer stehen laut Fuchs inzwischen hinter Nordzuckers Expansionsplänen.

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