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Niedersachsen Hannover Finanz beteiligt sich an Unternehmen in Nöten
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannover Finanz beteiligt sich an Unternehmen in Nöten
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09:47 16.05.2013
Von Albrecht Scheuermann
Foto: Das Geschäft mit Runners Point lief für Hannover Finanz bestens.
Das Geschäft mit Runners Point lief für Hannover Finanz bestens. Quelle: dpa
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Hannover

Gemeint sind Firmen, die aus rein finanziellen Gründen „dabei sind, an die Wand zu fahren“. Allerdings halte die HF weiterhin Abstand von „harten Sanierungsfällen“, erklärte Schober. Die Unternehmen müssen also über eine gute Position auf einem profitablen Markt verfügen, aber zum Beispiel zu hohe Schulden mit sich schleppen.

Als ein Beispiel nannte Schober die Teupen Maschinenbau GmbH in Gronau (Westfalen). HF hatte vergangenes Jahr einen Teil der Bankschulden des Unternehmens übernommen und dadurch eine Beteiligung an dem Hersteller von Arbeitsbühnen erworben, der mit rund 160 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von rund 27 Millionen Euro erwirtschaftete. Geschäftlicher Schwerpunkt der HF bleibt allerdings die mittel- bis langfristige Beteiligung an gesunden Mittelständlern. Dabei liegt der Fokus auf Minderheitsanteilen an Familienunternehmen.

Zu den zahlreichen erfolgreichen Engagements der jüngsten Zeit zählt die Sporthandelskette Runners Point. HF hatte sie 2005 von KarstadtQuelle mehrheitlich erworben, vor wenigen Tagen wurde ein Verkauf an den US-Sport-Fachhändler Footlooker bekannt gegeben. Laut HF-Vorstandsmitglied Jürgen von Wendorff hat sich Runners Point während dieses achtjährigen Engagements prächtig entwickelt. Der Umsatz hat sich mit zuletzt 197 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Für HF seien hier die großen Erfahrungen im Einzelhandelssektor nützlich gewesen – wie durch frühere Beteiligungen an Rossmann und Fielmann. Von Wendorf hob jedoch auch den Beitrag des Managements von Runners Point hervor, das sich selbst auch an der Handelskette beteiligte. Über den Gewinn aus dem Verkauf hüllt sich HF wie üblich in Schweigen. Schober verriet immerhin, dass es sich um einen „soliden zweistelligen Millionenbetrag“ gehandelt habe.

Mit dieser lukrativen Transaktion im Rücken gab sich Schober auch zuversichtlich für das Geschäftsjahr 2013. Zu den Neuengagements des Jahres gehört ein Unternehmen in Hannover. Die zum HF-Beteiligungskreis gehörende Ziemann-Gruppe, ein Geldtransportunternehmen mit Sitz im südbadischen Schallstadt, übernahm den hannoverschen Konkurrenten Unicorn Geld- und Wertdienstleistungen GmbH in Hannover.

Die Hannover-Finanz-Gruppe, die neben eigenem Geld auch Mittel von institutionellen Investoren wie Versicherungen und Versorgungswerken anlegt, hat mit rund 200 Millionen Euro noch reichlich Munition für neue Beteiligungen. Das vergangene Jahr lief glänzend. Der an die Investoren ausgeschüttete Gewinn sprang um rund die Hälfte auf 45 Millionen Euro. Zum Jahresende waren fast 370 Millionen Euro in 48 Beteiligungen investiert.

Jens Heitmann 15.05.2013
Karl Doeleke 17.05.2013