Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Hannover Messe feiert „Industrie 4.0"
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Hannover Messe feiert „Industrie 4.0"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:35 26.03.2013
Von Lars Ruzic
Foto: Messe-Vorstand Jochen Klöckler (v. links n. rechts), der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir Grinin, und der Geschäftsführer der Firma Schunk, Hendrik Schunk, betrachten eine Roboterhand.
Messe-Vorstand Jochen Klöckler (v. links n. rechts), der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir Grinin, und der Geschäftsführer der Firma Schunk, Hendrik Schunk, betrachten eine Roboterhand. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die zunehmende Industrialisierung der Schwellenländer beschert der Hannover Messe spürbare Zuwächse bei den Ausstellerzahlen. Für die kommende Industrieschau (8. bis 12. April) hätten sich rund 6500 Unternehmen angemeldet, berichtete Jochen Köckler, Vorstand der Deutschen Messe AG, am Dienstag in Hannover. Das sind 170 mehr als bei der letzten vergleichbaren Veranstaltung vor zwei Jahren. „Wir bewegen uns auf Rekordniveau“, so Köckler.

Vor allem China und das diesjährige Partnerland Russland hätten deutlich mehr Aussteller als in den Vorjahren entsendet, berichtete der Messemanager. Die Chinesen bilden mit 730 Messeständen sogar erstmals die größte ausländische Teilnehmernation. Gleichzeitig hätten viele Unternehmen in Europa trotz der Euro-Krise an ihrem Messeengagement festgehalten. Die Zahl der Aussteller aus Spanien und Italien etwa sei sogar noch leicht gestiegen. Gerade weil ihnen der Heimatmarkt quasi weggebrochen sei, suchten die Firmen nun in Hannover internationale Kontakte, sagte Köckler. Die Folge: Erstmals in ihrer 66-jährigen Geschichte zählt die Industriemesse mehr ausländische als heimische Aussteller.

Die Firmen belegen fast 24 Hektar Ausstellungsfläche – ebenfalls ein leichtes Plus im Vergleich zu 2011. „Das Messegelände ist komplett belegt. Wir nutzen alle 25 Hallen“, so der Messevorstand. Die Unternehmen verteilen sich auf elf Teilmessen rund um Automations-, Energie- und Zulieferthemen. Über alle Ausstellungen haben die Messemacher in diesem Jahr das Leitthema „Integrated Industry“ gestellt. Es umschreibt die zunehmende Vernetzung innerhalb der industriellen Fertigung und bei der Energieversorgung durch den Einzug der Informationstechnologie in die Produktionsprozesse.

In der Branche spricht man gern vom „Internet der Dinge“. Die Vorstellung dabei ist, dass Werkstücke, Maschinen und Anlagen über das weltweite Datennetz miteinander kommunizieren. So soll die Produktion der Zukunft sich selbst korrigieren und wesentlich flexibler arbeiten. Produkte könnten schneller, günstiger und hochwertiger produziert werden, umschrieb es Köckler. „Das wird den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig stärken.“ Im vergangenen Herbst hat die Bundesregierung die intelligente Fabrik zum nationalen Zukunftsprojekt erklärt – unter dem Oberbegriff „Industrie 4.0“. Wissenschaftler und Unternehmen sehen in der Vernetzung nicht weniger als die vierte industrielle Revolution.

Partnerland Russland kommt mit breiter Brust nach Hannover. Die 160 Aussteller auf insgesamt fast 5000 Quadratmetern bildeten ein Rekordengagement der Russen auf einer ausländischen Messe, sagte Botschafter Wladimir Grinin. Präsident Wladimir Putin wird die Hannover Messe gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnen. Beide wollen zudem am ersten Ausstellungstag einen Rundgang über das Gelände unternehmen. Grinin plädierte dafür, die Handelsbarrieren zwischen beiden Ländern abzubauen und bekräftigte das russische Interesse an einer Abschaffung der Visumspflicht.

25.03.2013
24.03.2013