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22:11 03.08.2014
Von Lars Ruzic
Im HAZ-Hannover-Trend, der gemeinsam mit Creditreform, IHK und Arbeitsagentur entsteht, zeigen fast alle Indikatoren nach unten.
Im HAZ-Hannover-Trend, der gemeinsam mit Creditreform, IHK und Arbeitsagentur entsteht, zeigen fast alle Indikatoren nach unten. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Immer mehr Firmen in der Region und im Rest der Republik verabschieden sich von den optimistischen Wachstumsplänen der vergangenen Monate. Im Raum Hannover hat sich sowohl die Stimmung als auch die Bonität der Unternehmen verschlechtert, im zweiten Quartal gab es so wenige Firmengründungen wie seit drei Jahren nicht mehr. Das Münchener Ifo-Institut rechnet damit, die Wachstumsprognosen von 2,0 Prozent für dieses Jahr und 2,2 Prozent für 2015 deutlich senken zu müssen. „Nach dem hochtourigen Start in das Jahr schaltet die Wirtschaft vorerst einen Gang herunter“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Horst Schrage.

Im HAZ-Hannover-Trend, der gemeinsam mit Creditreform, IHK und Arbeitsagentur entsteht, zeigen fast alle Indikatoren nach unten. So ist das Konjunkturbarometer für den IHK-Bezirk Hannover im zweiten Quartal um fünf Punkte gefallen – stärker als in ganz Niedersachsen. Das ist durch den stärkeren Anteil von exportorientierten Branchen in der Region zu erklären. Vor allem bei den Zulieferern hat sich die Lage in den vergangenen Wochen eingetrübt. Sie spüren in der Regel als Erste, wenn sich die Konjunktur dreht.

Die politischen Krisen und die Sanktionen gegen Russland zeigten bereits ihre Wirkung, schreibt Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn in der „Wirtschaftswoche“. Die Annahme, das zweite Quartal dieses Jahres weise gegenüber dem ersten Vierteljahr ein Plus von 0,3 Prozent auf, sei nicht mehr zu halten. „Wahrscheinlicher ist ein Nullwachstum.“ Auch das dritte Quartal müsse wohl nach unten revidiert werden.

Gleichwohl rechnen die Auguren nicht mit einer Wende hin zur Rezession. „Noch ist nicht von einer negativen Trendumkehr zu sprechen, die vollmundigen Prognosen erscheinen jetzt jedoch recht optimistisch“, sagte Holger Bissel. Der Chef der Creditreform Hannover
sowie IHK-Mann Schrage sehen die Wachstumshemmnisse nicht nur im Ausland. Die schwarz-roten Projekte wie Mindestlohn und Rente mit 63 ließen die Unternehmer steigende Kosten befürchten – „nicht gerade ein günstiger Nährboden für Investitionen und neue Wagnisse“, so Bissel.

Dies sei auch eine Erklärung für die spürbar rückläufigen Firmengründungen in der Region Hannover. Ihre Zahl lag im zweiten Quartal mit 417 ein Sechstel unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Auch die Kreditwürdigkeit der Unternehmen hat sich leicht verschlechtert. Lediglich der regionale Arbeitsmarkt ist stabil. Mit mehr als 6400 offenen Stellen hatten die Firmen etwa so viele Jobs bei der Arbeitsagentur Hannover gemeldet wie im Vorquartal.

Die Sanktionen gegen Russland treffen besonders den Maschinenbau hart. Die deutsche Schlüsselindustrie hatte zuletzt ihre Wachstumsprognose von drei auf ein Prozent gesenkt. Das liegt allerdings auch daran, dass ihr viertwichtigster Absatzmarkt schon länger schwächelt. Das spüren auch Autobauer und Zulieferer. Continental rechnet in diesem Jahr mit einem zehnprozentigen Minus auf dem russischen Automarkt.

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