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Niedersachsen IG Metall will Jobs im Kfz-Handwerk sichern
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen IG Metall will Jobs im Kfz-Handwerk sichern
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14:13 22.03.2010
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Bezirkschef Hartmut Meine sagte am Montag in Hannover, nach der Sonderkonjunktur durch die Abwrackprämie komme es nun zu einem Konzentrationsprozess bei Autohäusern und Autowerkstätten. Es zeichne sich ab, dass diesen ein Drittel der derzeit 3400 Betriebe mit insgesamt rund 39 000 Beschäftigten nicht überleben werde.

Vor allem kleinere Betriebe seien in ihrer Existenz gefährdet. Es gebe Überkapazitäten. Dazu komme, dass Gebrauchtwagen wegen der Abwrackprämie an Wert verloren hätten, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann. Außerdem seien die Gewinnspannen wegen Rabattaktionen geringer geworden.

Die Gewerkschaft will nun „Auffangnetze“ knüpfen, um Beschäftigung zu sichern. Neben der in der Branche bislang nicht weit verbreiteten Kurzarbeit könne sich die Gewerkschaft vorstellen, die Arbeitszeit zu senken, ohne Entgeltausgleich. Bislang gilt im Kfz-Handwerk eine 36-Stunden-Woche mit der Möglichkeit, diese auf 30 Stunden zu senken. Meine deutete an, Vorbild könne der Tarifabschluss für die Metallindustrie sein. Dieser sieht vor, dass die Wochenarbeitszeit befristet auf bis zu 26 Stunden gesenkt werden kann.

Außerdem sei eine branchenweite Qualifizierungs- und Transfergesellschaft vorstellbar. Dies wäre „absolutes Neuland“. Die Gewerkschaft sieht dabei auch die Chance, dass Betriebe, die nicht tarifgebunden sind, wieder zum Flächentarif zurückkehren. Denn eine Transfergesellschaft würde nur für tarifgebundene Firmen gelten.

Neben dem Job-Paket fordert die IG Metall mehr Geld für die Beschäftigten. Eine konkrete Prozentzahl nannte die Gewerkschaft aber nicht.

Der Tarifvertrag im Kfz-Handwerk endet zum 30. April. Die Gewerkschaft verhandelt mit zwei Arbeitgeberverbänden - mit der Innung des Kfz-Technikerhandwerks Niedersachsen-Mitte und Osnabrück sowie dem Unternehmensverband des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen. Ein erstes Sondierungsgespräch ist noch vor Ostern geplant. Die Verhandlungen in Niedersachsen könnten bundesweiten Pilotcharakter haben.

lni