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Niedersachsen IHK setzt auf Kontinuität
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen IHK setzt auf Kontinuität
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20:30 08.05.2012
Von Dirk Stelzl
Foto: Mit 57 Jahren noch einmal eine weitere Karrierestufe nach oben: Horst Schrage wird Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover.
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Hannover

Wilfried Prewo hat die hannoversche IHK in seiner Amtszeit erheblich geprägt und umstrukturiert. Doch im Sommer kommt es zum Wechsel: Bei der Wahl des Nachfolgers haben Präsidium und Vollversammlung der Kammer Experimente vermieden und sich für einen kontinuierlichen Übergang entschieden: Am 1. August soll Horst Schrage – bisher einer von vier Stellvertretern – an die Spitze aufrücken. Angesichts der „hervorragenden Positionierung“ der Kammer im bundesweiten Vergleich sei es wichtig, die Kontinuität zu gewährleisten und den bisherigen Weg fortzusetzen, sagte IHK-Präsident Hannes Rehm gestern bei der Vorstellung des neuen Hauptgeschäftsführers. Dazu gehöre ein „klares Verständnis“, dass die IHK ein Dienstleister für ihre Mitglieder sei. „Wir sind die Kammer mit den niedrigsten Beitragssätzen in Deutschland.“

Der 57 Jahre alte Schrage – ein im Raum Cuxhaven aufgewachsener promovierter Volkswirt – sei in der Lage, die Interessen der IHK überzeugend zu vertreten, und er habe eine „klare ordnungspolitische Linie“. Schrage ist seit 1996 stellvertretender Hauptgeschäftsführer und leitet seit 2005 die Abteilung Industrie und Verkehr. Davor war er auch für die Abteilungen für Außenwirtschaft sowie Handel und Dienstleistungen verantwortlich. Vor der Weltausstellung in Hannover hatte er gemeinsam mit Prewo die Expo-Beteiligungsgesellschaft der Deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen. Wegen des demografischen Wandels will Schrage verstärkt Unternehmen bei der Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften unterstützen. Zudem möchte die Kammer Firmen in ihrem Bezirk bei der Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit helfen. Hier hat die niedersächsische Wirtschaft nach Ansicht der IHK noch etwas Aufholbedarf.  

Der scheidende Hauptgeschäftsführer Prewo übergebe ein „wohl geordnetes Haus“, betonte Kammerpräsident Rehm. Der gebürtige Stuttgarter habe die Führung der IHK 1985 in einer schwierigen Phase übernommen, den Haushalt saniert und einen „hohen Effizienzgrad“ erreicht. Nach Prewos Amtsantritt wurde die Zahl der Mitarbeiter von mehr als 250 auf rund 175 verringert. Sein Ziel sei gewesen, dass sich die Kammer vom Behördendenken entferne, erklärte Prewo.

Auch das Tarifgefüge hat der – ebenfalls promovierte – Volkswirt geändert. So wurden Urlaubs- und Weihnachtsgeld durch leistungsabhängige Prämien ersetzt. Nach der Wiedervereinigung organisierte Prewo deutsch-deutsche Wirtschaftstage. Es sei auch Prewos Verdienst gewesen, dass die Expo seinerzeit nach Hannover gekommen sei, lobte Rehm. Der IHK-Chef ist überdies Präsident der Leibniz-Fachhochschule und will dieses Engagement beibehalten. Der Umgang mit Prewo sei nicht immer leicht, hört man bisweilen.  In der Tat hat der selbstbewusste IHK-Chef einen eigenen Kopf und keine Scheu, seine Meinung zu äußern – auch wenn sie wenig populär ist.