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Niedersachsen KKH soll Kranke zur Kündigung gedrängt haben
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen KKH soll Kranke zur Kündigung gedrängt haben
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17:38 30.10.2012
Foto: Per Telefon soll die KKH-Allianz Kranke gedrängt haben, die Versicherung zu kündigen.
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Hannover

Hunderte Versicherte sollen dem Bericht zufolge kontaktiert worden sein. Zudem habe die Kasse die Gesprächsinhalte detailliert festgehalten. Mitarbeiter der KKH-Allianz und betroffene Versicherte sollen solche Telefongespräche bestätigt haben. Nach Angaben der Krankenkasse ging es bei den Telefonaten jedoch um nicht gezahlte Zusatzbeiträge.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte die Krankenkasse. Es könne nicht sein, dass Menschen aus der gesetzlichen Krankenkasse gedrängt würden, weil sie möglicherweise zu teuer seien.

Die KKH-Allianz hat rund 1,8 Millionen Versicherte. Von März 2010 bis Februar 2012 hat die Versicherung einen Zusatzbeitrag erhoben. Ein kleiner Teil der Mitglieder zahlte nicht, die Kasse musste den Zusatzbeitrag laut gesetzlicher Regelung aber eintreiben. „Ziel der Telefonate war es, ausstehende Zusatzbeiträge einzuholen. Dies galt ausnahmslos für alle Schuldner und unabhängig von Alter, Geschlecht, Krankengeschichte oder sonstigen Kriterien“, teilte die KKH-Allianz mit. Inzwischen hätten 97 Prozent der Mitglieder den Zusatzbeitrag bezahlt. „Ausdrücklich weisen wir hier noch einmal darauf hin, dass es nicht Ziel unserer Telefonate war, Mitglieder zum Kassenwechsel zu bewegen.“ Die Kündigungsquote sei bei den Telefonaten geringer gewesen als bei schriftlichen Mahnungen.

dpa

Jens Heitmann 29.10.2012
Lars Ruzic 28.10.2012