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Niedersachsen Mehr Freiheiten für Moia, Uber & Co: Auf die Städte kommt es an
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Mehr Freiheiten für Moia, Uber & Co: Auf die Städte kommt es an
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19:58 18.02.2019
Uber-App: Fahrdienste mit Privatautos verstopfen die Straßen in New York und San Francisco.
Uber-App: Fahrdienste mit Privatautos verstopfen die Straßen in New York und San Francisco. Quelle: dpa
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 Hannover

New York und San Francisco sind für viele Touristen immer noch Traumziele. Der Verkehr hat sich in diesen beiden Städten allerdings eher albtraumhaft entwickelt: Fahrdienste wie Uber haben entgegen aller Hoffnungen zu mehr Staus geführt, der öffentliche Nahverkehr hingegen hat Kunden verloren. Hauptgrund sind die Dumpingpreise der Fahrdienste, die Privatleute mit ihren Privatautos als Fahrer auf die Straße schicken – zu Niedriglöhnen, ohne besondere Qualifikation.

Es ist deshalb zu hoffen, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer mit seiner Reform solche Methoden nicht in Deutschland zulassen will. Immerhin: In diesem Bereich geben die bislang bekannten Eckpunkte keinen Grund zur Sorge. Bislang plant Scheuer offenbar vor allem die Liberalisierung von Fahrdiensten mit professionellen Fahrern, die einen Personenbeförderungsschein haben.

Aber auch solche Anbieter müssen erst noch beweisen, dass sie die Städte wirklich entlasten. Vielleicht schaffen Moia und Co. es tatsächlich, Stadtbewohner zum Verzicht aufs Privatauto zu bewegen. Vielleicht entlasten sie die Straßen, weil mehrere Passagiere sich ein Fahrzeug teilen. Vielleicht nehmen sie aber auch nur dem öffentlichen Nahverkehr und Taxis die Kunden weg. Die bisherigen Erfahrungen in Hannover und anderswo reichen noch nicht aus, um die Frage zu beantworten.

Es kommt nun auf die Städte an. Auch nach Scheuers Reform werden sie entscheiden, welche Fahrdienste sie zulassen und welche nicht. Die Kommunen sollten sich aber auch fragen, ob sie das Geschäft wirklich Privaten überlassen müssen – oder ob ihre eigenen Verkehrsbetriebe nicht auch bequemer, spontaner und digitaler werden können.

Von Christian Wölbert