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Niedersachsen Kaum Anreize für Klimaschutz
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20:13 22.10.2018
Verzinkte Feinblech-Coils sind im Hauptwerk der Salzgitter AG gestapelt. Quelle: dpa
Hannover

Die Stahlbranche ist keine sonderlich saubere Industrie. Wenn in Hochöfen Eisenerz und Kokskohle zu Roheisen verschmolzen werden, setzt dieser Prozess große Mengen an Kohlendioxid frei. Lange war das für die Hersteller kein großes Problem, da der Emissionshandel nicht funktionierte: Die Europäische Union hatte so viele CO2-Zertifikate auf den Markt geworfen, dass die Preise niedrig blieben. Anreize für Investitionen in den Klimaschutz gingen davon über viele Jahre nicht aus.

Das ist inzwischen anders. Die von der EU ab 2021 beschlossene regelmäßige Verknappung der gehandelten Zertifikate zeigt Wirkung: Noch vor zwölf Monaten kostete die Berechtigung zum Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid keine 6 Euro, seither hat sich der Preis verdreifacht. Die Bank Berenberg hält bis 2030 eine Steigerung auf 100 Euro für möglich – entsprechend groß ist die Aufregung in allen Branchen, die technisch nicht in der Lage sind, ihre Emissionen innerhalb kurzer Zeit deutlich zu verringern.

Hiesige Stahlproduzenten können bereits auf beachtliche Anstrengungen zur Reduzierung ihres CO2-Ausstoßes verweisen: In Salzgitter etwa arbeitet man daran, Koks durch Wasserstoff zu ersetzen – ThyssenKrupp würde aus sogenannten Hüttengasen lieber Treibstoff und Kunstdünger gewinnen, als sie in die Luft zu blasen. Dass die Stahlbranche für diese Vorleistungen von der Politik belohnt werden möchte, lässt sich nachvollziehen. Das Problem ist nur, dass dann auch andere Industrien auf Ausnahmen drängen dürften – und der Emissionshandel als Instrument der Klimapolitik wieder an Bedeutung verlöre.

Von Jens Heitmann

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