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Niedersachsen Meyer will Anbau von Lupinen fördern
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Meyer will Anbau von Lupinen fördern
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11:21 27.08.2014
Von Carola Böse-Fischer
Lupinen machen die Fruchtfolge vielfältiger - Landwirtschaftsminister Meyer will ihren Anbau fördern. Quelle: dpa
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Hannover

Beim Landvolk ist der grüne Agrarminister nicht wohlgelitten. Die ökologische Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik, die Christian Meyer seit seinem Amtsantritt in Niedersachsen konsequent vorantreibt, geht dem Bauernverband gegen den Strich – weil er wirtschaftliche Nachteile für seine konventionell wirtschaftende Klientel befürchtet. Deshalb steht der Minister beim Landvolk unter Beobachtung – nun hat er sich erneut den Unmut der Funktionäre zugezogen.

Diesmal geht es um den Anbau von Leguminosen wie Ackerbohnen oder Lupinen. Die Fruchtfolge wird dadurch vielfältiger, was dem Bodenleben zugutekommt. Deshalb dürfen sich die Bauern auch den Anbau der Eiweißpflanzen auf das Greening anrechnen lassen: Nach der von der EU beschlossenen Agrarreform muss jeder Betrieb in Europa 5 Prozent seiner Flächen ökologisch bewirtschaften – und bekommt eine Prämie von rund 100 Euro je Hektar dafür.

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Damit auch Landwirte in Niedersachsen mehr Eiweißpflanzen anpflanzen, will der Landwirtschaftsminister den Anbau aus dem Fördertopf der Agrarumweltmaßnahmen (AUM) unterstützen, mit der Fördermaßnahme AL1, wie es im Bürokratendeutsch heißt. Das AUM-Programm, mit dem Blühstreifen, extensive Grünlandnutzung oder umweltschonende Gülleausbringung gefördert werden, kommt offensichtlich bei vielen Landwirten gut an. Rund 10 000 Betriebe haben nach Angaben des Ministeriums bereits mehr als 16 000 Anträge gestellt. „Es gibt einen unglaublichen Run“, sagt Meyer. So komme man dem Ziel näher, „öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen zu zahlen“. Allerdings haben nur rund 1330 Betriebe die AL1-Fördergelder beantragt – und das auch noch vergeblich. Das Agrarministerium hat die Förderung „vorübergehend“ auf Eis gelegt, wie ein Sprecher sagt.

Das ist Wasser auf die Mühlen des Landvolks. Die „ersatzlose Streichung“ der Leguminosen-Förderung belege die „konzeptlose Förderpolitik“ und „Willkür“ des Ministers, kritisiert der Landvolkkreisverband Hannover. Die Planungen der Landwirte, die bereits Saatgut bestellt hätten, würden von Meyer über den Haufen geworfen. Ähnliches gelte für die „rigide Begrenzung“ der Blühstreifenprogramme. Umgehend rief der Verband die „Landwirte in ganz Niedersachsen“ zu einer Onlinepetition auf, mit der eine „verlässliche Förderpolitik“ gefordert wird.

Im Ministerium versteht man die Aufregung der Funktionäre nicht. Die AL1-Maßnahme sei nicht – wie behauptet – ersatzlos gestrichen, sondern nur für 2014 zurückgezogen worden, erklärt der Sprecher. Das Saatgut hätten die Bauern keineswegs vergeblich gekauft, im nächsten Jahr werde die Förderung wieder angeboten. Auch der Grund für die Verschiebung sei mitgeteilt worden: die von der EU-Kommission nochmals geänderten Greeningvorgaben. Dadurch seien die Bundesländer gezwungen, ihrerseits die Förderbedingungen anzupassen.

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