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Niedersachsen Lohnzettel für VW-Chef: 17,5 Millionen Euro
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Lohnzettel für VW-Chef: 17,5 Millionen Euro
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22:59 12.03.2012
Von Stefan Winter
Winterkorn: „Real erwirtschaftetes Geld“. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Volkswagens Jahr der Rekorde hat auch dem Vorstand einen Rekord beschert. Insgesamt 70 Millionen Euro bekam die achtköpfige Konzernführung für ihre Arbeit 2011, fast doppelt so viel wie im Jahr davor. Allein der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn ist mit 17,5 Millionen Euro dabei, dem mit Abstand höchsten Einkommen eines Dax-Konzernchefs. Zu Vergleichen mit den seit der Finanzkrise heftig umstrittenen Banker-Boni sagte Winterkorn, er wolle "den Bankern nicht zu nahe treten", aber die VW-Gewinne seien real erwirtschaftetes Geld.

Der Konzern hat das vergangene Jahr mit Rekordmarken bei Absatz, Umsatz, Gewinn und Personalstärke beendet. Personalvorstand Horst Neumann verwies darauf, dass auch alle anderen Beteiligten von dem Erfolg profitierten: Die rund 100.000 Mitarbeiter der Volkswagen AG in Deutschland bekommen 7500 Euro Erfolgsprämie pro Kopf, nach 4000 Euro im vergangenen Jahr. Die Aktionäre erhalten eine höhere Dividende, was dem Land Niedersachsen rund 180 Millionen Euro in die Kasse bringen wird. "Viele partizipieren", sagte Winterkorn: "Unter anderem der Staat, der die Hälfte meines Bonus’ bekommt."

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Neumann sagte, die Bezahlung sei "sehr streng" nach dem neuen Vergütungssystem berechnet worden, das der VW-Aufsichtsrat vor drei Jahren mit den Stimmen der Arbeitnehmerseite beschlossen hatte. Die Entwicklung laufe "parallel zum Erfolg von VW". Dabei spielten die umstrittenen Aktienoptionen keine Rolle mehr, belohnt werde vor allem der langfristige Erfolg. So setzt sich Winterkorns Einkommen aus 1,9 Millionen Euro Fixgehalt, elf Millionen Euro gewinnabhängigem Bonus und 4,5 Millionen Euro Langfristprämie zusammen, in der zum Beispiel Verbesserungen der Qualität, der Kunden- und der Mitarbeiterzufriedenheit über mehrere Jahre berücksichtigt werden.

Winterkorn begrüßte ausdrücklich den Plan, Ursula Piëch, die Frau des Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch, im April in das Kontrollgremium zu wählen - obwohl es unüblich ist, dass sich der Vorstand dazu äußert. Er kenne Ursula Piëch "seit vielen, vielen Jahren" und schätze sie als "unternehmerisch denkende Persönlichkeit". Sie soll den Platz von TUI-Chef Michael Frenzel einnehmen, der nicht wieder antreten wird.

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