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Niedersachsen MAN-Fabrik wird zu Teilewerk umgebaut
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen MAN-Fabrik wird zu Teilewerk umgebaut
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13:51 24.06.2015
Foto: Neben den MAN-Werken in Steyr und München lief auch in der Fabrik in Salzgitter zuletzt immer wieder Kurzarbeit.
Neben den MAN-Werken in Steyr und München lief auch in der Fabrik in Salzgitter zuletzt immer wieder Kurzarbeit. Quelle: dpa
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Salzgitter

Die Belegschaft in Salzgitter sollte bei einer Betriebsversammlung Details erfahren. Kern des Umbaus der Fabrik mit ihren 2529 Mitarbeitern ist einerseits der Verlust der Produktion von Lkw und Bus-Fahrgestellen, die teils ins Münchner Schwesterwerk geht. Dafür erhält Salzgitter andererseits als Ausgleich den Zuschlag für Aufgaben, die das Werk nun teilweise auch für die konzernweite Nutzfahrzeugallianz aus MAN und Scania leisten wird - darunter der markenübergreifende Bau jener Achsen, die keine Verbindung mit dem Getriebe haben. Auch die MAN-weite Logistik für die Ersatzteile läuft künftig komplett über das Werk Salzgitter. 

Die Neuaufstellung der niedersächsischen Fabrik ist ein Puzzleteil in der laufenden Verzahnung der zwei Nutzwagentöchter MAN aus München und Scania aus Schweden. Die Skandinavier waren erst vor rund einem Jahr komplett unter das VW-Konzerndach gefahren, was den Weg für eine Allianz aus einem Guss freimachte. Langfristig will Volkswagen vorbei an Daimler zum Weltmarktführer in der Nutzfahrzeugwelt aufsteigen. 

Mitarbeiter müssen wohl Aufgabengebiete wechseln

Scania wird, wie erwartet, künftig für MAN die Getriebe fertigen. Die teuren Herzstücke der Fahrzeuge sind ein großer Kostenfaktor. Die Getriebekooperation soll ab 2016 bis zu 500 Millionen Euro sparen - gerechnet über den mehrjährigen Zeitraum der Getriebegeneration.  Die Getriebeaufbereitung für MAN, die als preiswertere Alternative zum Getriebeaustausch gilt, läuft demnächst über das Werk Salzgitter. Wie es aus den MAN-Kreisen weiter hieß, wird für die Fabrik außerdem geprüft, ob die Produktion weiterer Bauteile infrage kommt, die bisher noch über externe Zulieferer kommen. Der Umbau am Standort soll nicht mit harten Schnitten ablaufen, sondern Zug um Zug. Dabei sei zu erwarten, dass einige Mitarbeiter Aufgabengebiete wechseln. 

In der Fabrik rollen bisher die Lkw-Baureihen MAN TGS und TGX von den Bändern. Die zudem in Salzgitter gebauten Bus-Chassis bilden die Basis für Kunden, die auf die Fahrgestelle den Rest der Fahrzeuge erst noch draufsatteln - eine gängige Arbeitsteilung in der Branche. 

Die nicht mit dem Getriebe verbundenen Achsen produziert das Werk in Salzgitter in kleinerer Zahl auch schon heute, ebenso wie Kurbelwellen für Motoren, die dem Standort auch erhalten bleiben.  Mit dem 2014 geglückten vollständigen Durchgriff auf Scania traut sich VW Einsparungen von insgesamt jährlich mindestens 650 Millionen Euro zu. Das soll aber erst in den nächsten 10 bis 15 Jahren erreicht sein. Nutzfahrzeugmodelle haben weit längere Produktzyklen als die Pkw-Welt - ganz einfach, weil ihre geringere Stückzahl die Kosten in der Forschung und Entwicklung über längere Zeit einspielen muss. 

Nach dpa-Informationen verhandelt MAN im Ringen um ein Sparprogramm derzeit auch über einen möglichen Stellenabbau. Dabei geht es um eine Größenordnung von 1000 bis 2000 Arbeitsplätzen bei der VW-Tochter.

dpa

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