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Niedersachsen Metropolregion wird elektrisiert
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Metropolregion wird elektrisiert
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13:56 03.06.2013
Von Lars Ruzic
Foto: Vorgesehen ist, umfassende Konzepte zu erproben, etwa zu Ladestationen oder E-Auto-Parkregelungen.
Vorgesehen ist, umfassende Konzepte zu erproben, etwa zu Ladestationen oder E-Auto-Parkregelungen. Quelle: dpa (Archivbild)
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Hannover

Bundesgelder von bis zu 50 Millionen Euro werden für den Ausbau der Elektromobilität in die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg fließen. Die Bundesregierung hat den Großraum am Dienstag offiziell zum „Schaufenster Elektromobilität“ ausgerufen. Neben den Niedersachsen bekamen Baden-Württemberg, Bayern/Sachsen und Berlin/Brandenburg den Zuschlag in dem Standortwettbewerb. Damit folgten die an der Entscheidung beteiligten Ministerien im Wesentlichen einem Juryvotum, das bereits Ende vergangener Woche bekannt geworden war.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, diese Schaufenster würden erheblich zum Aufschwung der Elektromobilität in Deutschland beitragen. Sie sollen zwischen 2012 und 2015 insgesamt 180 Millionen Euro Förderung bekommen, pro Region maximal 50 Millionen Euro. Vorgesehen ist, umfassende Konzepte zu erproben, etwa zu Ladestationen oder E-Auto-Parkregelungen. Ram-sauer bekräftigte, dass deutsche Hersteller eine bedeutende Rolle im wachsenden Geschäft mit Elektroautos spielen sollten. Ziel der Regierung ist, dass bis 2020 mindestens eine Million Elektroautos auf den Straßen unterwegs sind. „Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge sollte aus deutscher Produktion kommen“, sagte Ramsauer.

Das erklärt zu einem großen Teil die Auswahl der Modellregionen. Sie decken sich mit den deutschen Zentren der Automobilindustrie - VW und Conti in Niedersachsen, Daimler, Porsche und Bosch in Baden-Württemberg, BMW und Audi in Bayern und Sachsen. 19 weitere Bewerbungen - darunter auch solche mit Opel- oder Ford-Standorten - blieben außen vor. Berlin als Bundeshauptstadt galt von Beginn an als gesetzt.

Die Niedersachsen haben unter der Federführung von Landesregierung, Metropolregion und Volkswagen mehr als 200 Partner in ihrer Bewerbung gebündelt, insgesamt 37 Einzelprojekte wurden eingereicht. Welche davon förderungswürdig sind, entscheidet der Bund später. Insgesamt rechnen die Partner mit gut 130 Millionen Euro Investitionen, die in die Metropolregion mit ihren 4 Millionen Einwohnern fließen. Die Projekte beginnen beim Aufbau eines Netzes von E-Zapfsäulen und enden bei Forschungskooperationen zwischen Unternehmen und Universitäten.

„Das ist eine große Chance für den Standort Niedersachsen und ein wichtiger Schritt nach vorn in Richtung flächendeckender Mobilität“, freute sich Ministerpräsident David McAllister (CDU). „Das ist ein Durchbruch nicht nur für die Metropolregion“, sagte Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD), stellvertretender Aufsichtsratschef des Städte- und Landkreisverbunds. Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sprach vom „i-Tüpfelchen für unsere langjährige Arbeit in den Feldern Mobilität und Energie“. IG-Metall-Chef Hartmut Meine sieht gute Chancen, die „mit der E-Mobilität verbundenen Veränderungsprozesse frühzeitig beschäftigtenorientiert zu gestalten“.

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