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Niedersachsen Milliardenauftrag für die Meyer-Werft
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Milliardenauftrag für die Meyer-Werft
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20:52 15.06.2015
Von Albrecht Scheuermann
Noch größer als die gerade fertiggestellte „Anthem of the Seas“: Die Meyer-Werft baut neue Kreuzschiffe.
Noch größer als die gerade fertiggestellte „Anthem of the Seas“: Die Meyer-Werft baut neue Kreuzschiffe. Quelle: Ingo Wagner
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Papenburg

Donna Leon lebt seit Jahrzehnten in Venedig - und beobachtet manche Entwicklung mit Missfallen. Zum Beispiel die gigantischen Kreuzfahrtschiffe, die dort vor Anker gehen. „Die stoßen so viele Schadstoffe aus wie 15.000 Autos. Ich fühle mich massiv bedroht“, erzählte die amerikanische Krimi-Autorin vor einigen Tagen einem hannoverschen Publikum. Doch es gibt Hoffnung - und die kommt aus Niedersachsen.

Die Meyer-Werft aus Papenburg hat mal wieder zwei Großaufträge an Land gezogen. Die Besonderheit der beiden neuen Kreuzfahrtschiffe: Sie werden vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben - sodass sie keinerlei Rußpartikel und Schwefeloxide aus ihren Schornsteinen pusten. Dies ist der Wunsch des Auftraggebers, der Aida Cruises in Rostock, die damit ein „Green-Cruising-Konzept“ verfolgt. Sie sieht sich damit als Pionier in der weltweiten Kreuzfahrtbranche.

Bis sich die Luft in Venedig bessert, müssten also noch mehr Reedereien auf dieses Konzept umsteigen. Die beiden neuen Schiffe sind nach Angaben der Meyer-Werft die größten je in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe. Die Giganten sollen 2500 Kabinen bieten - und sind damit noch um einiges größer als die beiden Schiffe mit rund 1650 Kabinen, die Aida derzeit in Japan bauen lässt. Einzelheiten zum Auftrag will man erst in einigen Monaten bekannt geben.

Fertig sein sollen die beiden Schiffe 2019 und 2020. Wie viel sich die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises die beiden Meeresriesen kosten lässt, wurde nicht verraten. Nach Schätzung von Experten dürften jeweils rund 600 Millionen Euro fällig werden.

Die Meyer-Werft und ihr Auftraggeber aus Rostock kennen sich schon lange: Von den derzeit zehn Aida-Schiffen wurden sieben bei der Meyer Werft gebaut. Durch den neuen Auftrag ist sie nun bis Ende 2020 ausgelastet, erklärte ein Sprecher. Jedes Jahr wolle man im Frühjahr und Herbst jeweils ein Kreuzfahrtschiff vom Stapel lassen.

Die rund 3100 Meyer-Arbeitskräfte in Papenburg müssen sich damit vorerst über die Sicherheit ihrer Jobs keine Gedanken machen. „Wir freuen uns über das in uns gesetzte Vertrauen, um dieses ehrgeizige Neubauprogramm in Papenburg umzusetzen“, erklärte Werft-Chef Bernard Meyer. Mit ihm freute sich auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Das ist ein toller Erfolg für die Werft und die vielen Beschäftigten in Papenburg.“

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