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Niedersachsen Modekette New Yorker legt sich mit Amazon an
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Modekette New Yorker legt sich mit Amazon an
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20:07 21.08.2019
Will sich Amazon „zur Brust nehmen“: Die Braunschweiger Modekette New Yorker. Quelle: Catherina Hess
Braunschweig

Der Braunschweiger Modeunternehmer Friedrich Knapp hat vor Gericht schon einmal gegen Amazon gewonnen – nun will er sich abermals mit dem Online-Handelsriesen anlegen. „Der Wettbewerb ist immer unfairer“, sagte der 67 Jahre alte Chef der Modekette der Branchenzeitschrift „Textilwirtschaft“ und kündigte rechtliche Schritte gegen Amazon an. Ein Großteil der über die Plattform verkauften Kleidungsstücke entspreche nicht dem Textilkennzeichnungsgesetz.

Sein Unternehmen habe bei Amazon 20 Teile gekauft – vor allem „Marktplatzware aus China“, sagte Knapp in dem Interview. „Kein einziges entsprach dem Textilkennzeichnungsgesetz.“ Die Produkte seien damit eigentlich nicht „verkehrsfähig." Man sei dabei, die Fälle zu sortieren. Dann wolle man sich „Amazon zur Brust nehmen – einstweilige Verfügung, Abmahnung, alles, was das Rechtssystem so hergibt“. Es sei nicht einzusehen, dass bei ihm quasi wöchentlich Kontrollen stattfänden, während Amazon und Co. den Markt ungehindert mit unverzollter und unversteuerter Ware fluten könnten.

„Die meisten fühlen sich ohnmächtig“

Knapp will mit seiner Aktion auch Kollegen ermutigen, gegen unlauteren Wettbewerb vorzugehen. Er habe das Gefühl, die meisten Unternehmer fühlten sich ohnmächtig angesichts der wachsenden Marktanteile von Online-Riesen und gleichzeitiger Verödung der Städte, sagte Knapp. „Es ist traurig. Niemand hat den Mut, etwas zu unternehmen, und politisch passiert auch nichts." Sinnvoll wäre seiner Ansicht nach ein neuer Verband, der besonders die Interessen des stationären Handels vertrete.

Ein Amazon-Sprecher sagte der HAZ, Angebote müssten immer die gesetzlichen Vorgaben erfüllen: „Sofern es im Einzelfall Fälle geben sollte, in denen zum Beispiel keine korrekte Textilkennzeichnung auf der Produktdetailseite vorhanden sein sollte, prüfen wir das selbstverständlich umgehend.“ New Yorker könne sich jederzeit mit konkreten Fällen an Amazon wenden.

Prozess um Plagiate gewonnen

In einem früheren Prozess von New Yorker gegen den Online-Händler hatte im vergangenen Jahr das Oberlandesgericht Braunschweig entschieden, dass Amazon der Modekette nähere Informationen über einen Händler geben muss, der gefälschte Kleidung über Amazon verkauft hatte. Produktfälschungen – häufig aus China – tauchen immer wieder auf Plattformen wie Amazon auf, die sogenannte Marktplätze betreiben. Dort bieten externe Firmen Produkte an – auch angebliche Markenware. Viele Plagiate entsprechen nicht den heimischen Produktstandards. Knapp kündigte an, dass New Yorker die bei Amazon erworbenen Textilien auch auf Schadstoffe prüfen werde.

New Yorker wurde im Jahr 1971 in Flensburg gegründet. Das Modeunternehmen hat mehr als 1000 Filialen und beschäftigt rund 16 000 Mitarbeiter. Friedrich Knapp hat New Yorker 2001 übernommen und ist alleiniger Inhaber. Das Unternehmen verzichtet bisher auf einen eigenen Online-Shop.

Von Gabriele Schulte

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