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Niedersachsen Nicht mehr ganz arm, aber noch sexy
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08:37 04.09.2013
CouchCommerce-Gründer Alexander Ringsdorff, Nadine Schmitt, Kai-Thomas Krause (von links). Quelle: dpa
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Hannover

Wirtschaftlich gesehen ist Hannover ABF-Stadt. Autoindustrie, Behörden und Finanzwirtschaft dominieren hier. Reich, aber unsexy, würde Klaus Wowereit wohl sagen. Mit so vielen jungen, trendigen Internetfirmen wie Berlin kann Niedersachsens Landeshauptstadt natürlich nicht aufwarten. Aber immerhin gibt es ein paar Erfolgsfälle aus der Region – Europas größten Online-Reifenhändler etwa. Oder einen Komplettdienstleister für den Online-Vertrieb von Modemarken, der gerade Millionen am Kronsberg investiert. Beide Konzerne sind längst am Markt etabliert und profitabel – reich und sexy, gewissermaßen.

Gerade macht sich eine weitere Firma aus Hannover auf den Weg, es den heimischen Vorbildern nachzumachen. CouchCommerce heißt sie, wurde erst vor anderthalb Jahren gegründet und hat gerade eine Millionensumme für die Expansion der kommenden Jahre bei Investoren eingeworben. Der wichtigste Geldgeber saß dabei nicht weit entfernt: Es ist die Wirtschaftsfördergesellschaft Hannoverimpuls, die über ihren Beteiligungsfonds für Unternehmensgründer eingestiegen ist. Vision und Erfahrung des Gründerteams hätten den Fonds überzeugt zu investieren, sagte dessen Chef Peter Wolff. Hannoverimpuls-Chef Ralf Meyer ergänzte, mit der Investition habe man ein Start-up mit großem Potenzial an den Standort binden können.

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Die Vision der CouchCommerce-Gründer um Firmenchef Alexander Ringsdorff ist schnell beschrieben: Sie wollen die unzähligen Onlineshops auf dieser Welt für die intuitive Bedienung auf Smartphones und Tablet-PCs kompatibel machen. Die Internetläden seien heute meist noch auf die Nutzung von Maus und Tastatur ausgelegt, berichtet Ringsdorff. Doch schon heute kaufe gut jeder vierte Online-Kunde mit mobilen Geräten auf der heimischen Couch ein. Denen erleichtere die Software aus Hannover die virtuelle Shoppingtour, weil sie alles größer und übersichtlicher anordne.

Gut 500 Onlinehändler hat CouchCommerce davon schon überzeugen können. Sie zahlen je nach Sortimentsgröße und Serviceumfang zwischen 19 und 349 Euro im Monat für die Dienste der 14-köpfigen Mannschaft aus der Oststadt. Bislang sind die Kunden vor allem kleinere und mittelgroße Händler. CouchCommerce aber will es dabei nicht belassen: „Wir arbeiten an einem offenen Entwicklungsstandard, mit dem wir auch große Marken und Online-händler bedienen können“, sagt Ringsdorff – erst 28 Jahre alt, aber schon mit breitem Erfahrungsschatz im Internetgeschäft ausgestattet.

Seiner Heimatstadt will Ringsdorff treu bleiben – nicht nur wegen des Geldgebers aus Hannover. In Berlin gebe es längst zu viele Firmen im Internetsektor. „Die Konkurrenz um Talente ist enorm.“ In Hannover habe man es dagegen leicht, die richtigen Fachkräfte zu finden. Manchmal ist es für eine Stadt eben auch von Vorteil, reich und unsexy zu sein.

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