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Niedersachsen Vorsichtig optimistisch
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13:44 15.01.2015
Zu den Konjunktur-"Gewinnern" zählt die IHK auch den Einzelhandel. Er rechnet 2015 mit steigenden Umsätzen - wobei die Zuwächse allerdings im Online-Handel erwartet werden. Quelle: dpa
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Hannover

Begünstigt vom Ölpreisverfall und einer stabilen Binnennachfrage erwarten die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern 2015 ein moderates Wirtschaftswachstum von gerade mal einem Prozent. Bei der Vorstellung einer Konjunkturumfrage unter knapp 1800 Unternehmen erklärte Hannovers IHK-Chef Horst Schrage am Donnerstag: "Wir haben eine robuste Ausgangslage, verspüren aber keine Euphorie - dafür fehlen die Impulse." Viele Betriebe fürchteten höhere Arbeitskosten und steigenden bürokratischen Aufwand etwa durch den Mindestlohn, was sich dämpfend auf die Investitionsbereitschaft auswirke. Vom Auslandsgeschäft werden nur wenig Impulse erwartet.

Unsicherheiten bleiben

Nach dem Stimmungstief im Herbst 2014 habe die Konjunktur wieder an Fahrt aufgenommen, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover. Zum Jahreswechsel schätzten 89 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend ein. Allerdings rechnen nur 22 Prozent der Unternehmen mit einem besseren Geschäftsverlauf. "Die Exporterwartungen liegen trotz schwachen Eurokurses deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt", so die IHK in ihrer Studie. Auch wenn sich die Geschäftslage der Unternehmen verbessert habe: Es gebe lediglich eine Stabilisierung, keinen Stimmungsumschwung. Die Unsicherheit in vielen Betrieben bremse auch die Investitionen.

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Zu den Konjunktur-"Gewinnern" zählt die IHK neben dem Bauhauptgewerbe mit seinem stabilen Expansionskurs auch den Einzelhandel. Er rechnet 2015 mit steigenden Umsätzen - wobei die Zuwächse allerdings im Online-Handel erwartet werden. Viele Betriebe federten damit heute ihr klassisches Geschäft ab. Schrage warnte in dem Zusammenhang aber vor einem zunehmenden Leerstand in den Zentren der Städte. "Dass die wachsenden Anteile des Online-Handels nicht zurückzudrängen sind, davon gehen wir aus; die Innenstädte als zentraler Handelsort dürfen dadurch aber nicht geschwächt werden", mahnte der IHK-Chef.

Profiteur des drastischen Ölpreisverfalls dürfte das Verkehrsgewerbe sein. Auch die Geschäftslage von Banken und Versicherungen gilt als gut, während beim Dienstleistungsgewerbe steigende Auftragseingänge und Umsätze zu einer positiven Beurteilung der Ertragslage führen. Der Direktor des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW), Stephan Thomsen, erwartet für 2015 ein leicht höheres Wachstum von 1,3 Prozent und liegt damit auf der Prognose der NordLB. Thomsen sieht allerdings Risikofaktoren durch die weltweiten Krisenherde sowie vor allem die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft, des Euro, der Griechenlandkrise sowie die weitere Entwicklung in Russland. Notizblock

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