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Niedersachsen Was folgt auf die Pferdeäpfel?
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Was folgt auf die Pferdeäpfel?
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22:31 08.01.2015
Von Heiko Randermann
Ex-Wirtschaftsminister Jörg Bode im Jahr 2010 vor einem Kampagnen-Lkw.
Ex-Wirtschaftsminister Jörg Bode im Jahr 2010 vor einem Kampagnen-Lkw.  Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Ein bisschen anrüchig wirkte die Werbeserie anfangs schon – im ländlichen Sinne: „Sie kennen unsere Pferde. Erleben Sie unsere Stärken“, stand 2007 auf den ersten Plakaten der Kampagne „Innovatives Niedersachsen“ – und zwischen die Buchstaben waren Bilder von Pferdeäpfeln gedruckt.

Das kam nicht bei allen Betrachtern gleichermaßen gut an, aber zumindest hatten die Kampagnenmacher erreicht, dass man über sie redete. Doch die bonbonbunte Werbeserie ist längst graue Vergangenheit, die rot-grüne Landesregierung hat die Kampagne vor einem Jahr auslaufen lassen. Seither wird an einer Nachfolgekampagne gearbeitet, doch Ergebnisse gibt es bislang nicht. Nun kommt von der Wirtschaft der Wunsch nach mehr Tempo in der Entwicklung.

„Gründlichkeit geht vor Eile. Wir haben uns da keinen Zeitrahmen gesetzt“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Die Kampagne „Innovatives Niedersachsen“, die in überregionalen Zeitschriften, auf Messen, aber auch in Fernreisezügen mit Slogans wie „Mag sein, dass Bayern katholischer ist, aber bei uns gehen mehr zur Messe“ für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen warb, sei gut gewesen. „Sie hat aber ihre Zeit gehabt, und da muss man sich etwas Neues ausdenken“, so der Sprecher.

Eine „Chefsache“

Tatsächlich war der frühere FDP-Wirtschaftsminister Jörg Bode der letzte, der die Kampagne mit einem Jahresetat von knapp 3 Millionen Euro unterstützte. Sein Amtsnachfolger Olaf Lies (SPD) baute die Außenwirtschaftsförderung Ende 2013 komplett um. Die Gesellschaft NGlobal wurde aufgelöst, stattdessen wurde im Ministerium ein neues Referat für Außenwirtschaftsförderung, Standortmarketing und Ansiedlung eingerichtet. Das Thema werde damit „zur Chefsache“, hieß es in einer Presseerklärung des Ministeriums.

Zustimmung kommt aus der Wirtschaft: „Eine neue Standortkampagne wäre aus unserer Sicht wünschenswert“, sagt Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall. Das Land müsse national und international als Standort in den Köpfen potenzieller Investoren verankert bleiben. Auch die Exportwirtschaft profitiere davon, wenn das Land Niedersachsen mit Merkmalen wie Qualität und Innovation positiv besetzt sei.

Vorbild sind Baden-Württemberg und Sachsen

Als Vorbilder nennt Schmidt Länder wie Baden-Württemberg („Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“) und Sachsen. „Der Slogan ,So geht sächsisch’ war auf dem Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Hannover allgegenwärtig, ein echter Hingucker“, so Schmidt. „Es würde nicht schaden, wenn Niedersachsen wieder Flagge zeigen würde.“

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