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Niedersachsen Delticom verschiebt Veröffentlichung
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Delticom verschiebt Veröffentlichung
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00:21 22.03.2019
Das Delticom-Lager in Sehnde. Quelle: HAZ
Hannover

Der Online-Händler Delticom verschiebt überraschend die Veröffentlichung seines Geschäftsberichts und seine Hauptversammlung. Der Bericht über das Geschäftsjahr 2018 werde nicht wie geplant am Donnerstag erscheinen, teilte das börsennotierte hannoversche Unternehmen am Dienstag mit. Die für den 7. Mai geplante Versammlung müsse deshalb ebenfalls verschoben werden. Ziel sei es nun, den Abschluss bis Ende April zu finalisieren. Delticom ist Europas größter Online-Händler für Autoreifen, verkauft aber auch Lebensmittel im Netz.

Als Grund führte die Firma Verzögerungen bei der Prüfung an. Man selbst und der Wirtschaftsprüfer KPMG hätten den Zeitrahmen dafür zu optimistisch eingeschätzt. KPMG müsse als erstmalig von Delticom beauftragter Prüfer die Besonderheiten des E-Commerce-Geschäfts und die „weitgehend softwaregesteuerte Verarbeitung relevanter Geschäftsvorfälle“ im Einzelnen nachvollziehen.

Nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen habe man 2018 etwa 645 Millionen Euro Umsatz erzielt, teilte Delticom mit. Das entspricht einem Minus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Gewinn sei, hauptsächlich durch Einmaleffekte, von 9,3 Millionen auf rund 12 Millionen Euro gestiegen.

Aktionärsschützer sind skeptisch

Dass börsennotierte Unternehmen die Veröffentlichung von Zahlen verschieben, kommt selten vor. „Mir schwant nichts Gutes“, sagte Alexander von Vietinghoff-Scheel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Man müsse das Ergebnis der Prüfung abwarten, doch grundsätzlich hinterlasse die Verschiebung keinen guten Eindruck, auch mit Blick auf die Historie des Unternehmens. Josef Gemmeke von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte, der Vorgang bestätige seine Einschätzung, dass Delticom „aktionärsunfreundlich“ agiere.

DSW und SdK hatten Delticom in den vergangenen Jahren scharf kritisiert, unter anderem wegen der Übernahme von Firmen aus dem Privatbesitz des eigenen Vorstandschefs Andreas Prüfer. Die SdK nahm Delticom 2018 als Negativbeispiel in ihr „Schwarzbuch Börse“ auf.

Von Christian Wölbert

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