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Niedersachsen Contis Reifen trotzen Flaute in Europa
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Contis Reifen trotzen Flaute in Europa
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17:41 19.03.2015
Von Lars Ruzic
Völlig abgefahren: Alte Lkw-Reifen werden in Stöcken für das Recycling vorbereitet. Auch mit der Runderneuerung macht der Standort Hannover gute Geschäfte. Foto: dpa
Völlig abgefahren: Alte Lkw-Reifen werden in Stöcken für das Recycling vorbereitet. Auch mit der Runderneuerung macht der Standort Hannover gute Geschäfte. Foto: dpa Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Der europäische Heimatmarkt, auf dem die Hannoveraner Branchenführer sind, kommt seit Jahren kaum vom Fleck.

Die milden Temperaturen bescherten den Händlern im Winterreifengeschäft zuletzt sogar Absatzeinbußen von 8 Prozent, in Deutschland von mehr als 13 Prozent. Angesichts dessen könne man schon damit zufrieden sein, die eigenen Verkäufe bei 22 Millionen Stück stabil gehalten zu haben, meinte Setzer. Offenbar konnten die Winterreifen des Marktführers der allgemeinen Nachfrageschwäche trotzen. Die Bestände an Conti-Reifen im Handel seien vergleichsweise „gesund“, meinte Setzer. „Es ist nicht so, dass unsere Reifen sich dort durch die Decke stapeln.“

Insgesamt konnte die Conti den Absatz an Pkw- und Lkw-Reifen 2014 um 3 Prozent auf 128 Millionen Stück steigern. Das Plus habe man in erster Linie einer guten ersten Jahreshälfte zu verdanken, so Setzer. Im wichtigen vierten Quartal schrumpften die Verkäufe um 4 Prozent. Der Umsatz legte im Gesamtjahr um 2 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro zu.

Dank gesunkener Rohstoffkosten stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) etwas kräftiger - um 4,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. „Wir haben ein Rekordjahr bei Absatz, Umsatz und Ergebnis erzielt“, sagte Setzer. Das Stammgeschäft des Zulieferriesen bleibt damit mit Abstand die profitabelste Sparte des Konzerns. An jedem verkauften Reifen verdient sie inzwischen fast 20 Prozent und erwirtschaftet damit allein mehr als die Hälfte des gesamten operativen Gewinns von Continental.

Der Reifenchef hofft auf die USA

Setzer hatte 2010 einen globalen Wachstumsplan für die Sparte entwickelt, um Conti unabhängiger vom europäischen Markt zu machen. Bis 2018 fließen mehr als 1,3 Milliarden Euro in neue Werke und die Erweiterung bestehender Fabriken. Vor allem in den USA, Südamerika, Russland und China baut der viertgrößte Reifenhersteller der Welt die Kapazitäten aus - um insgesamt mehr als ein Fünftel auf 140 Millionen Stück. Obwohl derzeit alle Wachstumsmärkte außer den USA schwächeln, gibt sich Setzer zufrieden. In vielen Märkten stehe die Conti noch am Anfang, da gebe es zwangsläufig Wachstum. Selbst in Russland sei man „voll im Plan“.

In diesem Jahr hofft der Reifenchef vor allem auf die USA. Dort haben die Behörden gerade die Importzölle für chinesische Billigprodukte kräftig angehoben. „Das wird den lokalen Anbietern helfen“, ist sich Setzer sicher.

Die Conti-Tochter General Tire feiert in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum, was den Absatz zusätzlich antreiben könnte. Das einstige Sorgenkind der Conti erwirtschafte heute kaum andere Margen als der Mutterkonzern, versicherte Setzer.

Wachstum in Hannover

Von den Expansionsplänen der Reifensparte profitiert auch der Conti-Hauptsitz Hannover. Das viele Jahre durch Produktionsverlagerungen gekennzeichnete Werk Stöcken steht heute besser da denn je. In der Forschung und Entwicklung werden nicht nur alle Reifen aller Marken weltweit entworfen, das Werk beherbergt auch die konzerneigene Maschinenfabrik, die Anlagen für die neuen Werke in aller Welt liefert. Gleichzeitig werden von Stöcken aus die neuen Fabriken geplant. Zudem fertigt der Standort inzwischen auch wieder Reifen. Die Investition in Recycling und Runderneuerung habe sich gelohnt, sagte Reifenchef Nikolai Setzer. Auf Runderneuerung und Entwicklung entfällt auch der Großteil des Beschäftigungswachstums in Hannover. 2014 entstanden 400 neue Jobs an den vier Conti-Standorten in der Stadt. Gut die Hälfte der 7800 Beschäftigten in Hannover stellt die Reifensparte.

lr

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