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Niedersachsen Renschler auf dem Sprung
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Renschler auf dem Sprung
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08:36 30.01.2014
Von Stefan Winter
Markenwechsel: Die Daimler-Zeit ist für Andreas Renschler vorbei, Trucker könnte er allerdings bleiben. Quelle: dpa
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Hannover

Auch die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete, dass Renschler auf dem Sprung zu VW sei. Die Konzerne wollten sich dazu gestern nicht äußern, Renschler selbst sagte dem „Wall Street Journal“, er wolle sich eine Auszeit nehmen, um über den nächsten Karriereschritt nachzudenken.

Daimler hatte am Dienstagabend überraschend mitgeteilt, dass Renschler sein Amt als Produktionsvorstand mit sofortiger Wirkung niederlege. Er war erst vor einem Jahr auf diesen Posten gewechselt, nachdem er vorher lange das Lkw-Geschäft geleitet hatte. Dort habe er einen guten Job gemacht, hieß es gestern in VW-Kreisen, „die stehen gut da im Markt“. Doch Anfang 2013 musste Renschler mit Wolfgang Bernhard die Stelle tauschen. Offenbar sieht Renschler auch nur noch wenig Chancen, Konzernchef Dieter Zetsche zu beerben.

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In Wolfsburg ist die Stelle des Lkw-Konzernvorstands allerdings noch besetzt. Dort sitzt – mit Vertrag bis Ende 2014 – der 68-jährige Schwede Leif Östling, früher Chef von Scania. Er soll dafür sorgen, dass Scania und die zweite konzerneigene Lkw-Marke MAN enger zusammenarbeiten, um die Kosten zu senken. Davon ist seit Jahren die Rede, doch bisher geschah wenig. Östling gilt, obwohl er ein exzellenter Lkw-Fachmann ist, selbst konzernintern als unglückliche Wahl: In seiner Scania-Zeit achtete er strikt auf die Unabhängigkeit der Marke und war erklärter Gegner einer Zusammenarbeit mit VW und MAN. Dass der Unmut über Östling wachse, wird bei VW offiziell bestritten. Intern ist es aber kein Geheimnis, dass vor allem Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch mit den Fortschritten des von ihm forcierten „integrierten Nutzfahrzeugkonzerns“ unzufrieden ist. Der Eindruck von der Lkw-Allianz sei „verheerend“, heißt es in Aufsichtsratskreisen, die Synergien zwischen MAN und Scania würden „sehr schleppend“ gehoben.

Auch im Betriebsrat rumorte es seit Monaten. Dort wäre Renschler wohl willkommen, denn während sich Östling früher auch über die VW-Mitbestimmung mokierte, steht Renschler bei den Daimler-Arbeitnehmern hoch im Kurs.
Dass Östling kurz vor Karriereende überhaupt das Zukunftsprojekt Lkw-Allianz bekam, gilt als Zugeständnis an die schwedischen Mitaktionäre bei Scania. Mit der Geduld soll es vorbei sein, seit Scania vor Gericht zog, um der Konzernschwester MAN und ihrem Partner Rheinmetall einen bereits erteilten Militärauftrag über 1,1 Milliarden Euro in Schweden und Norwegen wieder abzujagen. Das habe nicht Östling, sondern erst Konzernchef Martin Winterkorn gestoppt, hieß es in Konzernkreisen.

Euro 6 bestimmt Scania-Geschäft

Eine Umstellung auf schärfere Abgasnormen für Lkw hat Scania zum Jahresende ein sattes Verkaufsplus beschert. Unter dem Strich enttäuschte die VW-Tochter aber. Der operative Gewinn stieg im vierten Quartal zwar um 16 Prozent auf 2,5 Milliarden Kronen (285 Millionen Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten aber deutlich mehr erwartet. Auch die vorgeschlagene Dividende von 4 Kronen und der Überschuss von knapp 2 Milliarden Kronen lagen unter den Erwartungen. Das europäische Verkaufsplus von 38 Prozent zwischen Oktober und Dezember ist durch Vorzieheffekte vor Einführung der neuen Abgasnorm Euro 6 zu erklären. Der Auftragseingang brach zuletzt bereits ein. Das dürfte das ganze erste Halbjahr belasten, schrieb Scania-Chef Martin Lundstedt.

dpa

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