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Niedersachsen Salzgitter AG rutscht in die roten Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Salzgitter AG rutscht in die roten Zahlen
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21:42 14.11.2012
Von Carola Böse-Fischer
An der Börse gehörte die Salzgitter-Aktie zu den größten Verlierern. Das Papier verlor teils mehr als 3 Prozent.
An der Börse gehörte die Salzgitter-Aktie zu den größten Verlierern. Das Papier verlor teils mehr als 3 Prozent. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Die hohen Verluste konnten nach Angaben von Salzgitter die übrigen Konzernbereiche nicht ausgleichen, sodass der im M-Dax notierte Konzern die ersten neun Monate vor Steuern mit einem Minus von 42,6 Millionen Euro abschloss, verglichen mit gut 169 Euro Gewinn vor Steuern vor einem Jahr. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 48,2 Millionen Euro in den Büchern, nach rund 115 Millionen Euro Gewinn vor Jahresfrist.

An der Börse gehörte die Salzgitter-Aktie zu den größten Verlierern. Das Papier verlor teils mehr als 3 Prozent – obwohl die gestern veröffentlichten Neunmonatszahlen die Anleger kaum noch überrascht haben dürften. Anfang November hatten die Niedersachsen wegen der Probleme im Stahlgeschäft bereits eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. Statt eines zuvor vorhergesagten Vorsteuergewinns für 2012 im „unteren bis mittleren“ zweistelligen Millionenbereich hielt Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann nur noch ein in etwa ausgeglichenes Vorsteuerergebnis bei einem „mindestens stabilen Umsatz“ für erreichbar.

Diese Prognose hat Salzgitter gestern bekräftigt. Sie beruht darauf, dass im vierten Quartal die Konzernbereiche Technologie und Service gute positive, der Handel klar positive Ergebnisse abliefern werden und das Stahlgeschäft seinen Verlust etwas reduzieren kann, wie es hieß. Zudem wird eine Gewinnüberweisung von Aurubis erwartet. Im Ergebnis der ersten neun Monate war bereits ein Nachsteuerbeitrag von etwa 45 Millionen Euro des Hamburger Kupferkonzerns enthalten, bei dem Salzgitter mit gut 25 Prozent größter Einzelaktionär ist.

Das Stahlgeschäft leidet unter dem Nachfrageeinbruch in den von der Euro-Schuldenkrise besonders betroffenen Staaten Südeuropas, wie der Konzern mitteilte. Aber auch deutsche Stahlverarbeiter und -händler schätzten ihre Geschäfte pessimistischer ein. Dadurch geraten die Preise unter Druck – bei gleichzeitig anziehenden Rohstoffkosten leiden die Margen. Eine „durchgreifende“ Erholung des Stahlmarktes bis zum Jahresende ist nach Ansicht des Konzerns „nicht sehr wahrscheinlich“. Anders als bei Konkurrenten wie Deutschlands größtem Stahlhersteller ThyssenKrupp steht jedoch Kurzarbeit bei Salzgitter nicht an, wie ein Unternehmenssprecher erklärte.

Den „erschwerten Rahmenbedingungen“ im Zuge der Euro-Krise will der Konzern mit einer Anpassung seiner Struktur begegnen. In dem Projekt Salzgitter AG 2015 werde die 2001 dezentralisierte Konzernstruktur auf den Prüfstand gestellt, sagte der Sprecher. Ziel sei es, dass Salzgitter künftig noch schneller und kundenorientierter agiere, um Marktchancen besser zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

dpa

09.11.2012
Jens Heitmann 07.11.2012