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Niedersachsen Salzgitter halbiert Produktion in Peine
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Salzgitter halbiert Produktion in Peine
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00:15 06.09.2013
Von Carola Böse-Fischer
Ein Mitarbeiter der Peiner Träger GmbH steht am 16.08.2013 in der Verladehalle der Peiner Träger GmbH in Peine (Niedersachsen) inmitten von Stahlträgern. Quelle: dpa
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Hannover

Mit dieser Maßnahme soll das Peiner Werk vor der Schließung bewahrt werden. Die Erzeugung von Rohstahl werde von 1,9 auf eine Million Tonnen jährlich reduziert, sagte ein Konzernsprecher der HAZ. Die beiden Elektrolichtbogen-öfen, in denen in Peine der Rohstahl aus Schrott erschmolzen wird, sollen aber in Betrieb bleiben. Sie würden abwechselnd jeweils sechs Wochen laufen, erklärte der Sprecher. Im nachgelagerten Bereich Walzstahl werde die Herstellung von 1,3 auf ebenfalls eine Million Tonnen verringert. Exportaufträge, die nicht lukrativ sind, würden nicht mehr angenommen.

Trotz des geringeren Personalbedarfs ist nach Angaben des Sprechers keine Kurzarbeit angemeldet worden. Stattdessen hätten fast alle 170 Leiharbeiter gehen müssen. Zudem seien Stammbeschäftigte zunächst in andere Bereiche wie in das Werk Salzgitter umgesetzt worden. Nach einem Bericht des NDR sollen am Standort Peine 300 Stellen gestrichen werden. Salzgitter wollte dazu wegen des nicht unterschriebenen „Zukunftsvertrages“ keine Stellung nehmen.

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Mit dieser Rahmenvereinbarung zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern soll unter anderem der jüngst bekannt gegebene Abbau von mindestens 1500 der konzernweit über 23 000 Arbeitsplätze sozialverträglich geregelt werden. Der Vertrag werde „in den nächsten Tagen“ unterzeichnet, teilte Salzgitter mit.

Der Konzern steht derzeit wegen des Preisverfalls infolge massiver Überkapazitäten in der europäischen Stahlbranche schwer unter Druck. In diesem Jahr erwartet Salzgitter tiefrote Zahlen von mindestens 400 Millionen Euro vor Steuern. Größte Verlustquelle ist die Tochter Peiner Träger, bei der Salzgitter täglich Geld verliert. Im ersten Halbjahr stand unter dem Strich ein Verlust von 315 Millionen Euro in den Büchern des Konzerns, wovon allein rund 230 Millionen Euro auf das Konto der Peiner Tochter gingen. Mit einem scharfen Sparprogramm, das neben dem geplanten Personalabbau eine Optimierung der Produktion vorsieht, will Salzgitter die Kosten im Konzern um über 200 Millionen Euro drücken, um wieder profitabel zu werden.

Ende September wird sich der Aufsichtsrat überdies mit der Änderung der Konzernstruktur befassen. Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann hatte schon vor geraumer Zeit angekündigt, dass die bislang dezentral geführten Konzernbereiche wieder an die kürzere Leine gelegt werden sollten.

Lars Ruzic 03.09.2013
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