Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Stellenabbau ohne Kündigungen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Stellenabbau ohne Kündigungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:44 22.03.2014
Von Dirk Stelzl
Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Vor allem die Kosten bei der Sanierung ihres Verwaltungsgebäudes am Raschplatz drücken das Ergebnis der Sparkasse Hannover. Das Geldinstitut müsse ein „bedeutendes Brett bohren“, sagte Vorstandschef Walter Kleine am Freitag bei der Bilanzvorlage. Er erwarte für 2014 deshalb ein „Ergebnis unter Vorjahresniveau“. Dies habe zur Folge, dass weniger Geld zur Stärkung der Rücklagen übrig bleiben werde. Kleine rechnet unterm Strich dennoch wieder mit einem Bilanzgewinn von 25 Millionen Euro - genauso viel wie in den Vorjahren. Für 2013 will das Institut insgesamt 5,6 Millionen Euro an seine Träger ausschütten. Jeweils die Hälfte erhalten die Stadt und Region Hannover.

Im Januar 2013 hatte die Sparkasse begonnen, ihr Gebäude am Raschplatz zu sanieren. Der Umbau soll zweieinhalb Jahre dauern. Vorstandsmitglied Heinrich Jagau zeigte sich zuversichtlich, dass das Budget von 100 Millionen Euro eingehalten werde. An dem Standort soll die Verwaltung des Kreditinstituts mit rund 800 Arbeitsplätzen konzentriert werden. Für ihr weiteres Verwaltungsgebäude am Aegidientorplatz sucht die Sparkasse einen Käufer. „Wir planen eine Vermarktung des Objekts“, sagte Kleine. Es gebe zahlreiche Interessenten. Dort soll aber weiterhin eine Sparkassenfiliale untergebracht sein.

Anzeige

Demnächst wollen die Sparkasse und Gewerkschaft ver.di Details zum geplanten Abbau von bis zu 200 Arbeitsplätzen nennen; zum Beispiel, was die Abfindungsregelungen betrifft. Die Sparkasse will die Kosten wegen eines verschärften Wettbewerbs senken und hat bereits im vorigen Jahr Stellenstreichungen angekündigt. Die 200 Jobs sollten im Zeitraum bis 2016 „einvernehmlich mit dem Personalrat“ abgebaut werden, betonte Jagau. „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben.“ Stattdessen setzt das Institut auf die natürliche Fluktuation, und es will mit Beschäftigten Aufhebungsverträge schließen. Die Sparkasse hatte Ende vergangenen Jahres 2340 Mitarbeiter - 14 weniger als im Jahr zuvor.

Mit den Geschäften des vergangenen Jahres ist Vorstandschef Kleine zufrieden. „Wir haben wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr hingelegt“, sagte er. Der Marktführer in der Region hat das Kreditgeschäft, die Einlagen seiner Kunden und die Zahl der Konten gesteigert. Das Ergebnis aus dem operativen Geschäft (vor Bewertung und Steuern) verringerte sich allerdings - um 2,6 Prozent auf 115,8 Millionen Euro. Besonders wegen des niedrigen Zinsniveaus habe sich der „Wettbewerb um Konditionen und Preise“ verstärkt. Außerdem seien Beteiligungserträge aus dem Sparkassenverbund ausgeblieben. Der Zinsüberschuss ging um ein Prozent auf 282 Millionen Euro zurück. Der Provisionsüberschuss sank um 3,3 Prozent auf 76 Millionen Euro.

Das Kreditgeschäft wuchs dagegen um 3,5 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Viele Unternehmen stünden gut da und wollten Kredite für Expansion und Investitionen, erklärte Vorstandsmitglied Marina Barth. Das Baufinanzierungsgeschäft legte von 6,1 auf 6,4 Milliarden Euro zu. Die Sparkasse sei die „stärkste Baufinanziererin“ in der Region Hannover, sagte Kleine. Die Einlagen von Kunden stiegen um 1,4 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Bei den privaten Girokonten gab es ein Plus von 418 000 auf 425 000. Rund 641 000 Kunden hat das Institut. Mehr als die Hälfte der Einwohner in der Region Hannover sind Kunden der Sparkasse. Die Eigenkapitalausstattung sei „grundsolide“, sagte Kleine. Spielraum für eine höhere Ausschüttung an die Träger sieht er jedoch nicht.

21.03.2014
Niedersachsen Stadtwerke Hannover betroffen - Harzwasserwerke stehen vor Verkauf
Jens Heitmann 18.03.2014
14.03.2014