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Niedersachsen Strenges Sparprogramm soll TUI auf Kurs bringen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Strenges Sparprogramm soll TUI auf Kurs bringen
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21:28 15.05.2013
Foto: Der neue TUI-Chef Joussen will den Konzern einem strengen Sparprogramm unterziehen.
Der neue TUI-Chef Joussen will den Konzern einem strengen Sparprogramm unterziehen. Quelle: dpa
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Sparkurs, Neuausrichtung und tiefrote Zahlen im zweiten Quartal: Mit drastischen Kostensenkungen will der neue Vorstandschef von Europas größtem Reisekonzern TUI, Friedrich Joussen, die TUI-Aktie für Anleger wieder attraktiver machen. Mit dem Sparprogramm „OneTui“ solle im Geschäftsjahr 2014/2015 ein operatives Ergebnis von rund einer Milliarde Euro erwirtschaftet werden, sagte Joussen am Mittwoch. Zuletzt lag das operative Ergebnis bei 745,7 Millionen Euro. Ziel sei es, die Kosten von zuletzt 73 Millionen Euro in der Konzernzentrale auf mittelfristig 45 Millionen Euro zu senken, sowie die erste Dividendenzahlung seit 2007.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Konzernzentrale der TUI AG in Hannover werde im Rahmen des Sparplans von derzeit 186 auf unter 100 sinken, sagte Joussen. Sozialplanverhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern liefen bereits. Für das Sanierungsprogramm wurden Rückstellungen von knapp 90 Millionen Euro gebildet, sagte Joussen in einer Telefonkonferenz. Allein 7 Millionen davon entfallen auf den Stellenabbau in der Konzernzentrale.

Zudem soll das Hotel-Geschäft mit seinen diversen Marken gestrafft, die Zusammenarbeit mit der britischen Tochter TUI Travel ausgeweitet und das Kreuzfahrtgeschäft von Hapag-Lloyd umstrukturiert werden. Die Hotel- und die Kreuzfahrtsparte sollen künftig genauso viel Geld bei der Holding abliefern wie die größte Konzerntochter TUI Travel, an der TUI mit 56 Prozent beteiligt ist. Kostensenkungen soll es auch bei der Tochter Hapag-Lloyd Kreuzfahrten geben, die künftig vom bisherigen Hotel-Spartenchef Karl Pojer geleitet wird.

Die Verschuldung soll verringert werden und so die Zinsbelastung sinken. Projekt- und Beraterkosten sollen deutlich reduziert oder ganz gestrichen werden. „Alle Ausgaben der Holding stehen auf dem Prüfstand“, sagte Joussen. Für das kommende Geschäftsjahr 2014/2015 kündigte er die Ausschüttung einer Dividende an. An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen: Die TUI-Aktie sprang am Morgen um 3,32 Prozent auf 9,345 Euro nach oben.

Im zweiten Quartal weitet TUI die Verluste bedingt durch Abschreibungen und vor allem auch Rückstellungen für das Sparprogramm zunächst jedoch aus. Unterm Strich stieg das Minus gegenüber dem Vergleichszeitraum um 34 Prozent auf 248 Millionen Euro. Der Umsatz legte um rund zwei Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zu. Bei der Prognose fürs Gesamtjahr gibt sich TUI aber optimistisch und erwartet eine leichte Steigerung des Vorjahresergebnisses.

dpa