Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen TUI AG prüft Fusion mit Tui Travel
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUI AG prüft Fusion mit Tui Travel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:56 17.01.2013
Von Jens Heitmann
Tui Travel und Tui AG prüfen derzeit die Möglichkeit einer Fusion. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die TUI strebt den Zusammenschluss ihres touristischen Kerngeschäfts an. Wie die Tochter TUI Travel am  Mittwoch in London mitteilte, habe sich der Mutterkonzern aus Hannover wegen einer möglichen Fusion an das britische Management gewandt. Die Verhandlungen befänden sich aber noch in einem frühen Stadium, hieß es. An der Börse schossen daraufhin die Kurse der beiden Aktien nach oben: Die TUI-Papiere notierten mit 8,05 Euro um knapp 9 Prozent im Plus, TUI-Travel-Aktien stiegen um knapp 4 Prozent.

Ausgelöst hatte die Klarstellung von TUI Travel das Gerücht, die Briten wollten ihrerseits den Mutterkonzern TUI übernehmen. Die Agentur Reuters hatte gestern Mittag gemeldet, dass die beiden größten TUI-Aktionäre – Alexej Mordaschow und John Fredriksen – auf einen Zusammenschluss der beiden Konzernteile dringen. Die TUI AG in Hannover ist mit rund 56 Prozent an TUI Travel beteiligt.

Anzeige

An dieser Konzernstruktur wird von Aktionärsseite schon länger Kritik geübt, weil sie als ineffektiv gilt. TUI Travel ist 2007 durch die Fusion von großen Teilen des TUI-Reisegeschäfts mit dem britischen Rivalen First Choice entstanden. Seither steuert die TUI-Konzernzentrale in Hannover nur noch das Hotelgeschäft und Teile des Kreuzfahrtgeschäfts direkt, auch der Anteil an der Reederei Hapag-Lloyd wird hier verwaltet.

Aus Sicht der TUI ist die aktuelle Struktur verbesserungsfähig. „Wir sind alle der Meinung, dass der Status quo mit zwei Holdinggesellschaften nicht optimal ist“, hatte Aufsichtsratschef Klaus Mangold im August in der HAZ erklärt. Als wahrscheinlichste Variante galt bisher der Kauf der restlichen TUI-Travel-Anteile durch die TUI AG. Inzwischen ist der Konzern quasi schuldenfrei, da käme sogar ein Kauf auf Kredit infrage, hieß es gestern.

In Finanzkreisen wurde gestern jedoch ein anderes Modell durchgespielt – der sogenannte Reverse Takeover – also der Kauf der TUI AG durch TUI Travel. An diesen Gerüchten sei aber nichts dran, verlautete aus dem Konzern. „Diese Variante hat sich als nicht sinnvoll erwiesen“, hatte Mangold im Interview mit der HAZ erklärt: „Das ist längst wieder vom Tisch.“

Der TUI-Aufsichtsrat hatte daraufhin mit den Stimmen der Mordaschow-Vertreter beschlossen, das touristische Geschäft komplett am Standort Hannover zu bündeln. Der Vorstand wurde seinerzeit beauftragt, Wege aufzuzeigen, wie man diesem Ziel näherkommen könne.