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Niedersachsen TUI wird zum Mobilfunker
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUI wird zum Mobilfunker
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00:22 10.11.2014
Foto: Die Handys der Urlauber im Visier: Die TUI verkauft von Dezember an auch Telefontarife im In- und Ausland.
Die Handys der Urlauber im Visier: Die TUI verkauft von Dezember an auch Telefontarife im In- und Ausland.Foto: dpa Quelle: Daniel Naupold
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Hannover

Besonders Urlauber sollen von attraktiven Tarifen im Ausland profitieren, kündigte Geschäftsführer Kai Czeschlik an. Jenseits der Grenzen ist die Nutzung von Telefon und Internet bisher noch oft teuer, und die entstehenden Kosten sind intransparent. Reisende können deshalb besonders außerhalb der Europäischen Union böse Überraschungen erleben.

Die neuen Mobilfunkangebote sollen der TUI neue Umsatzquellen erschließen, erklärte der künftige Konzernvorstand Sebastian Ebel. In Deutschland will das Unternehmen dazu das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland nutzen, im Ausland günstige Partnernetze. Die Kunden sollen zwischen Laufzeit- und Festpreisverträgen wählen können. Die TUI will die Tarife über Reisebüros und eigene Internetseiten, aber auch über die eigenen Fluggesellschaften und die Agenturen in den Zielgebieten verkaufen. Auch Geräte wie Smartphones und Tablets sollen in Startpaketen angeboten werden.

Mit dem Einstieg ins Telefongeschäft sorgt TUI-Konzernchef Friedrich Joussen für eine weitere Überraschung. Der Manager, der vor seinem Wechsel zwei Jahrzehnte lang bei Vodafone Deutschland und Mannesmann gearbeitet hatte, verspricht sich davon lukrative Geschäfte. Mit der laufenden Fusion der beiden Dachgesellschaften, der deutschen TUI AG in Hannover mit der britischen TUI Travel, zum größten integrierten Tourismuskonzern der Welt treibt Joussen zur Freude der Aktionäre auch den Umbau des Unternehmens voran.

Im Kerngeschäft läuft es für den führenden Reiseveranstalter wieder richtig gut. „Wir erwarten ein weiteres Rekordjahr“, sagte TUI-Deutschland-Chef Christian Clemens bei der Vorstellung der nächsten Sommerkataloge im ägyptischen Luxor. Man profitiere weiterhin besonders von Reisen, die nur bei der TUI erhältlich sind. Fast drei Viertel der Gäste buchen demnach bereits Hotels, die der Konzern exklusiv im Programm hat. So will sich TUI vom harten Preiskampf im Reisegeschäft von der Konkurrenz abgrenzen.

Allein im nächsten Sommer sollen weitere 23 Konzepthotels eröffnen und deren Zahl auf 106 steigen. Diese Anlagen befinden sich meist in den beliebten Urlaubsländern rund ums Mittelmeer. Sie werden unter eigenen Marken wie „Sensimar“, „Puravida“ und „Magic Life“ in den Reisekatalogen angeboten und sollen dem Konzern auch durch den exklusiven Vertrieb höhere Renditen bringen.

Eine ähnliche Strategie verfolgt der größte Konkurrent Thomas Cook (Neckermann). Beide Unternehmen bauen auch die Onlineangebote stark aus, da immer mehr Reisende ihren Urlaub übers Internet und Smartphone organisieren.
Das aktuelle Wintergeschäft entwickelt sich nach Aussage von Clemens erfreulich. Stark wachse die Nachfrage für Reisen nach Ägypten, in die USA und die Karibik, hieß es. Auch klassische Skifahrerziele wie Österreich und die Schweiz seien gefragt. Derzeit liegen die Buchungen für die Wintersaison nach Angaben der TUI insgesamt bei 4 Prozent im Plus. Im kommenden Sommergeschäft sollen die Preise für viele Destinationen stabil bleiben – zum Beispiel in der Türkei und Tunesien. Spanien werde im Schnitt etwas teurer, Ägypten preiswerter.     

Ägypten holt auf

Regierung hofft auf Touristen: Ägypten leidet im vierten Jahr unter Besucherschwund und gesunkenen Tourismuseinnahmen, die für viele Menschen eine wichtige Einkommensquelle sind. Wegen schwerer Terroranschläge gibt es weiterhin Teilreisewarnungen des Auswärtigen Amts, allerdings nur für den touristisch unbedeutenden Norden des Sinai nahe Israel.

Die Tourismuskrise habe besonders am Nil dramatische Folgen, sagte der zuständige Minister Hisham Zaazou, der die Reisewarnungen scharf kritisierte. Der Tourismus könne helfen, die Lage im Land wieder zu verbessern. Der Minister hofft, dass Ägypten schon bis Ende 2015 wieder an die Rekordzahlen des Jahres 2010 anknüpfen kann. Damals kamen 1,3 Millionen deutsche Urlauber ins Land, im vergangenen Jahr waren es – trotz Tiefpreisen – lediglich noch rund 900.000 Besucher. Derzeit ziehen die Buchungen aber wieder stark an. Die TUI berichtet von einem Plus von 26 Prozent. Bisher können von der gestiegenen Nachfrage allerdings nur die Badeziele am Roten Meer profitieren.

Von Thomas Wüpper

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