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22:16 05.09.2013
Von Jens Heitmann
Bitte anschnallen und zahlen: TUIfly-Stewardess bei den Sicherheitshinweisen. Quelle: Wyrwa
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Hannover

Inzwischen haben auch die Wettbewerber einsehen müssen, dass vielen Passagieren ein günstiges Ticket wichtiger ist als der Snack-Schnickschnack – auch die Lufthansa-Billig-Tochter Germanwings folgt dem irischen Vorbild und kassiert für Drinks und Essen an Bord.
Beim Ferienflieger TUIfly war das bisher noch anders; von Mai 2014 an gelten nun auch bei den Hannoveranern neue Regeln: Ohne Zusatzkosten dinieren künftig nur noch Edelkunden der Marken TUI, Robinson und Airtours – sowie jene Passagiere, die eigens das „Premium-Economy-Paket“ hinzubuchen, das einen reservierten Sitz in den vorderen Reihen, einen freien Mittelplatz, Gourmetmenü inklusive Getränk sowie VIP-Check-in und -Boarding beinhaltet.

Wer nicht zu dieser besseren Hälfte der Kundschaft zählt, zahlt künftig fürs Essen extra – das gilt für Pauschalurlauber der Billigmarken Discount Travel und 1-2-Fly sowie für all jene, die nur den Flug gebucht haben. Zu dieser Gruppe zählen erst einmal auch die Gäste von Reiseveranstaltern, die nicht zur „World of TUI“ gehören – es sei denn, die Konkurrenten übernehmen für ihre Kunden die TUI­fly-Aufschläge.

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Zudem dürfen die Schnäppchenjäger bald weniger Gepäck mitnehmen. Laut TUIfly packt der durchschnittliche Fluggast 17 Kilogramm in seinen Koffer und damit 2 Kilogramm mehr als künftig auf den billigen Plätzen noch erlaubt ist. Wer dennoch entspannt packen will, muss 5 Euro auf den Ticketpreis drauflegen. Stellt sich erst am Flughafen heraus, dass mehr als 15 Kilogramm im Koffer sind, werden mindestens 30 Euro fällig.

Auf 80 Flügen habe man in den vergangenen Wochen das neue Tarifsystem getestet, heißt es bei TUIfly. Dabei sei herausgekommen, dass viele Kunden nur noch für jene Leistungen zahlen wollten, die sie auch tatsächlich in Anspruch nehmen: Während der Aspekt Sicherheit 72 Prozent der Fluggäste sehr wichtig sei, gelte die Verpflegung an Bord nur für 11 Prozent der Fluggäste als sehr wichtiges Kriterium.

TUIfly verspricht sich von dem neuen Preismodell vor allem geringere Kosten. Zum einen müsse man weniger Catering einkaufen, sagt ein Unternehmenssprecher. Zum anderen würden die Maschinen dadurch leichter – das spare Kerosin. Und außerdem gebe es Mehreinnahmen aus dem Bordverkauf. Diese Effekte sollen sich auf einen zweistelligen Millionbetrag im Jahr summieren.

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