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Niedersachsen TUIfly will in der Wartung Stellen abbauen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen TUIfly will in der Wartung Stellen abbauen
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10:02 05.04.2014
Von Jens Heitmann
Wartung bei TUIfly in Langenhagen: Ein Teil der Aufgaben soll verlagert werden.
Wartung bei TUIfly in Langenhagen: Ein Teil der Aufgaben soll verlagert werden. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Das könnte zu einem Abbau fast jeder vierten der insgesamt 320 Stellen in der TUIfly-Technik am Flughafen Langenhagen führen. „Wir befinden uns in entsprechenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft“, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Freitag.

Der geplante Arbeitsplatzabbau ist Teil des Sparprogramms „Max Thrust“, das die Geschäftsführung zu Jahresbeginn beschlossen hat. Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, soll die Gesellschaft ihre Kosten um 65 Millionen Euro senken – 24 Millionen Euro will man bei Personal einsparen, jeweils zur Hälfte bei den Piloten sowie bei den Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Sollte das gelingen, solle die Flotte um vier Maschinen wachsen. Von ihren 38 Flugzeugen betreibt TUIfly 24 in eigener Regie, 14 Maschinen hat die Gesellschaft mitsamt der Besatzung fest an Air Berlin vermietet.

Ein ähnliches Sparprogramm hatte die TUI-Tochter bereits vor drei Jahren aufgelegt – sie war damit aber am Widerstand der Gewerkschaften gescheitert. Insbesondere die Vereinigung Cockpit hatte seinerzeit unter anderem mit Warnstreiks Abschläge verhindert. Am Ende konnte auch ver.di für die Beschäftigten in der Kabine und am Boden eine Lohnerhöhung durchsetzen.

In der aktuellen Tarifrunde ist man einen Schritt weiter: Mit den Piloten ist bereits eine Tarifeinigung vereinbart worden, die den Einsparzielen entsprechen soll – allerdings ist sie dem Vernehmen nach noch nicht unterschrieben. Die Vereinigung Cockpit wolle das Ergebnis der Verhandlungen der Kollegen von ver.di abwarten.

Diese Gespräche sind offenbar ins Stocken geraten. „Die Forderungen der Geschäftsführung sind nicht verhandlungsfähig“, heißt es in einer Tarifinformation von ver.di an die Mitarbeiter. Demnach will die Geschäftsführung vor allem bei der Wartung sparen. Sowohl bei der „Heavy Maintenance“ als auch bei kleineren Sicherheitschecks („Line Maintenance“) sollen die Kosten um jeweils 5 Millionen Euro sinken. Die großen Inspektionen wolle die TUI künftig überwiegend bei der britischen Tochter Thomson ansiedeln, hieß es.

Inzwischen drängt offenbar die Zeit. Da der Flugplan für die Sommersaison 2015 im Frühjahr gemacht werde, müsse man sich bis spätestens Ende April auf ein Sparkonzept verständigen, verlautete aus dem Unternehmen. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, könne die Flotte im nächsten Jahr nicht – wie eigentlich vorgesehen – um zwei Maschinen aufgestockt werden.

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