Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Aktionäre hoffen auf Zerschlagung
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Aktionäre hoffen auf Zerschlagung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 17.07.2018
Rätselraten in der Konzernzentrale von Thyssenkrupp: Wie steht es um die Zukunft des Konzerns? Quelle: dpa
Essen

Thyssenkrupp steht vor einer Zerreißprobe: Während bei den Beschäftigten die Angst vor einer Zerschlagung des Konzerns wächst, sorgt dieses Szenario an der Börse für einen Kurssprung der Aktie. Getrieben von der Hoffnung auf einen umfassenden Umbau des Unternehmens setzte sich das Papier von Thyssen-Krupp am Dienstag an die Spitze des Dax: Zwischenzeitlich verteuerte sich der Wert um knapp 9 Prozent auf 22,47 Euro.

Die Zukunft des Konzerns ist ungewiss, nachdem Vorstandschef Heinrich Hiesinger und zuletzt auch der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner das Handtuch geworfen haben. Der Rücktritt Lehners sei Wasser auf die Mühlen derer, die unter einer neuen Führung auf mehr Offenheit gegenüber Anteilsverkäufen setzen, sagte Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel. Lehner habe die vielgliedrige Konzernstruktur bis zuletzt verteidigt, während Großaktionäre wie die Finanzinvestoren Cevian oder Elliott auf eine Aufspaltung dringen. Cevian verwaltet für internationale Anleger derzeit ein Vermögen von rund 13 Milliarden Euro. Die schwedische Gesellschaft hält inzwischen gut 18 Prozent der ThyssenKrupp-Anteile. Die „aktivistischen“ Investoren dürften aus dem derzeitigen Machtvakuum siegreich hervorgehen, glaubt der Branchenexperte Seth Rosenfeld.

Größter Aktionär ist noch die Krupp-Stiftung mit 21 Prozent, die über zwei Sitze im Aufsichtsrat verfügt. Die von dem 1967 gestorbenen letzten Firmenerben Alfried Krupp gegründete Stiftung kann ihre Vertreter ohne Wahl durch die Hauptversammlung in das Kontrollgremium entsenden.

Die nach dem Tod des Krupp-Patriarchen Berthold Beitz angetretene Stiftungschefin Ursula Gather ist ins Zentrum der Kritik geraten. Arbeitnehmervertreter werfen ihr mangelnde Rückendeckung für die Konzernspitze im Konflikt mit den einflussreichen Investoren vor. Lehner und Hiesinger hatten zuvor über zu wenig Rückhalt im Kreis der Anteilseigner geklagt – Lehner hatte dabei ausdrücklich auf eine drohende Zerschlagung des Konzerns hingewiesen.

Das alarmiert die Beschäftigten. „Es darf nicht zu einer Zerschlagung kommen“, sagte Gesamtbetriebsratschef Wilhelm Segerath. „Wir wollen gemeinsam mit der Stiftung und allen Aktionären versuchen, das Unternehmen zu erhalten.“

Stiftungschefin Gather hält sich jedoch bedeckt – sie ließ lediglich mitteilen, nicht als Aufsichtsratsvorsitzende zur Vergüng zu stehen. Die Mathematik-Professorin gehört dem Kontrollgremium erst seit Jahresbeginn an. Nach dem zum Monatsende angekündigten Abtritt Lehners solle „kurzfristig“ über eine Nachfolge entschieden werden, hieß es bei ThyssenKrupp. Beobachter erwarten, dass der neue Aufsichtsratsvorsitzende aus den Reihen des bestehenden Kontrollgremiums kommen wird, weil ein neues Mitglied erst in einem zeitaufwendigen Prozess gerichtlich bestellt werden müsste.

 

 

Von Timo Hausdorf

Früher kämpften Bewerber um Ausbildungsplätze, heute rangeln Firmen um junge Leute: Am Azubi-Mangel sind auch Vorurteile Schuld, meint unser Kommentator.

19.07.2018
Niedersachsen Studie der Rentenversicherung - Immer mehr Arbeitnehmer gehen in Reha

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland nehmen medizinische Reha-Leistungen wie Kuren in Anspruch. Auch in Niedersachsen. Das geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen.

16.07.2018

Anfang August beginnt offiziell das nächste Ausbildungsjahr, doch voraussichtlich bleiben zahlreiche Stellen unbesetzt. Ohne Flüchtlinge gäbe es sogar noch deutlich weniger Bewerber.

19.07.2018