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Niedersachsen Über 600.000 Menschen arbeiten in Niedersachsen zu Niedriglöhnen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Über 600.000 Menschen arbeiten in Niedersachsen zu Niedriglöhnen
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18:39 13.08.2009
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Rund 623.000 Arbeitnehmer mussten sich 2007 mit Bruttostundenlöhnen unterhalb der Niedriglohnschwelle von 9,62 Euro zufriedengeben, wie aus der vom DGB in Auftrag gegebenen Untersuchung hervorgeht. „Der Niedriglohnsektor weitet sich immer mehr aus. Wir haben praktisch ein ungebremstes Wachstum“, sagte Markus Krüsemann von der Uni Göttingen. Problembranchen sind danach vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Bäckereihandwerk, das Wach- und Sicherheitsgewerbe sowie der Einzelhandel.

„Es ist tatsächlich so, dass in den Branchen teilweise Niedriglöhne von vier bis fünf Euro keine Seltenheit geworden sind“, sagte Krüsemann. Zudem sinke das Lohnniveau bei den niedrig vergüteten Jobs wie in allen Bundesländern in Westdeutschland auch in Niedersachsen weiter ab. „Der durchschnittliche Stundenlohn ist von 2003 bis 2007 von 7,18 Euro auf 6,88 Euro gesunken, brutto“, sagte Krüsemann.

Es bestehe dringender Handlungsbedarf für die Politik, sagte DGB-Landeschef Hartmut Tölle mit Blick auf die Ergebnisse der Erhebung. Er fügte hinzu: „Den Staat kostet die Subventionierung von Niedriglöhnen durch aufstockende ’Hartz IV’-Mittel jährlich allein in Niedersachsen die horrende Summe von 420 Millionen Euro.“ Gebraucht werde dringend ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von mindestens 7,50 Euro „als Schutzlinie für Bereiche, in denen Tarifverträge nicht durchsetzbar sind“.

ddp/lni