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Niedersachsen VGH sieht sich auf gutem Weg
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VGH sieht sich auf gutem Weg
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19:17 29.03.2012
Von Dirk Stelzl
„Stabil und ertragsstark in einem schwierigen Jahr“: VGH-Chef Robert Pohlhausen ist mit der Bilanz zufrieden.
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Hannover

Trotz geringerer Beiträge im Lebensversicherungsgeschäft und Gewinneinbußen ist die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) mit dem Geschäftsjahr 2011 zufrieden. „Das Jahr war für uns ein Erfolg“, sagte VGH-Chef Robert Pohlhausen gestern bei der Bilanzvorlage. Das Unternehmen habe sich angesichts unruhiger Finanzmärkte als stabil, wachstums- und ertragsstark erwiesen. Im vierten Jahr in Folge sei es gelungen, die Auswirkungen der internationalen Schuldenkrise für die Kunden weitgehend aufzufangen. Für 2012 erwartet Pohlhausen eine positive Beitragsentwicklung. „Wir befinden uns auf einem guten Weg.“

Die Unternehmen der VGH verbuchten im vorigen Jahr Beiträge in Höhe von1,71 Milliarden Euro - 4,5 Prozent weniger als 2010. Dies ist aber auf eine bewusste Rückführung des Einmalbeitragsgeschäfts in der Lebensversicherung zurückzuführen, das von 237 auf 127 Millionen Euro schrumpfte. So gingen die Beitragseinnahmen der Provinzial Lebensversicherung Hannover um etwa 15 Prozent auf 639 Millionen Euro zurück. Das Geschäft mit Einmalbeiträgen hatte in der Branche wegen niedriger Zinsen vieler Geldanlageprodukte stark zugelegt. Anleger schlossen eine höher verzinste Rentenversicherung mit Einmalbeiträgen ab, ohne tatsächlich eine Rente in Anspruch nehmen zu wollen. Nach einiger Zeit können sie sich das Geld wieder auszahlen lassen.

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Das VGH-Mutterunternehmen Landschaftliche Brandkasse Hannover - zuständig für die Schaden- und Unfallversicherungen - hat die Beiträge um 3 Prozent auf 989 Millionen Euro erhöht. Zulegen konnte das Unternehmen mit einem Plus von 1,7 Prozent auch bei der seit Jahren hart umkämpften Kraftfahrtversicherung. In diesem Segment sieht die Versicherungsgruppe weitere Geschäftschancen. Der „ruinöse Preiswettbewerb“ sei zu Ende. Auch im Firmenkundengeschäft will sie wachsen.

Für Schäden zahlte die Brandkasse ihren Kunden insgesamt 615 Millionen Euro aus - ein Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund seien ungewöhnlich viele Brände und höhere Kfz-Kasko-Schäden, hieß es. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote liege aber bei im Branchenvergleich niedrigen 92,8 Prozent. Der Bruttoüberschuss sank von 80 auf 66 Millionen Euro.

Die Lebensversicherung Provinzial konnte das Neugeschäft um mehr als16 Prozent auf 36 Millionen Euro steigern. Rückläufige Erträge bei den Kapitalanlagen und das niedrige Zinsniveau am Kapitalmarkt machten allerdings auch ihr zu schaffen. Der Bruttoüberschuss sank von 157 auf 129 Millionen Euro. Die Überschussbeteiligung der Kunden wurde inzwischen von 4,1 auf 4 Prozent gesenkt. Damit liegt die VGH aber noch über dem Branchendurchschnitt von 3,9 Prozent. Bei den Kapitalanlagen setzt die VGH nach den Worten von Vorstandsmitglied Thomas Krüger überwiegend auf „sichere“ Staatsanleihen etwa der Bundesrepublik oder Pfandbriefe. In Anleihen finanzschwacher Euro-Staaten wie Griechenland hätten die Hannoveraner wenig investiert. Um eine bessere Rendite zu erzielen, setzen sie verstärkt auf Immobilien und Firmenanleihen.

Die Provinzial Krankenversicherung erreichte einen Beitragsanstieg von beinahe 15 Prozent auf 55,3 Millionen Euro. Ihr Gewinn vor Steuern und Rückstellungen für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattungen lag bei 9,5 Millionen Euro - nach 6,8 Millionen im Vorjahr.

Als wesentliche Stärke der VGH sieht Pohlhausen die regionale Verwurzelung und Kundennähe. Im Vertrieb stützt sich der Versicherer auf 600 VGH-Vertretungen und 1200 Geschäftsstellen von46 Sparkassen.

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