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Niedersachsen VW holt zwei Neue in den Vorstand
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW holt zwei Neue in den Vorstand
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07:20 19.11.2009
Von Stefan Winter
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VW erweitert den Vorstand. Nach Informationen dieser Zeitung wird der Aufsichtsrat am Freitag Audi-Chef Rupert Stadler und VW-Markenvorstand Christian Klingler in die Konzernführung holen. Der Vorstand mit Martin Winterkorn an der Spitze wächst damit auf sieben Mitglieder.

Über einen Aufstieg Stadlers wurde schon öfter spekuliert. Der Chef der profitabelsten Marke hat bei VW traditionell eine Sonderrolle. Unter Stadler hält die Erfolgsserie der vergangenen Jahre an, in Europa ist Audi mittlerweile an den Oberklasse-Konkurrenten Mercedes und BMW vorbeigezogen. Zudem begann der 46-Jährige seine Karriere als Assistent des heutigen VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch.

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Überraschender kommt die Berufung Klinglers zum Vertriebsvorstand des Konzerns. Auch er hat einen Bezug zu Piëch: Der 39-Jährige arbeitete jahrelang für die Porsche Holding in Salzburg. Die größte Autohandelsgruppe Europas gehört den Familien Porsche und Piëch, der Verkauf an VW ist geplant. Erst im vergangenen August übernahm Klingler das Ressort Vertrieb und Marketing der Marke VW Pkw. Jetzt steigt er eine Stufe höher auf die Konzernebene.

Formal ist dieser Posten seit Jahren unbesetzt, obwohl intern und extern diverse Kandidaten begutachtet wurden. Das Thema geriet aber offenbar im Übernahmekampf mit Porsche in den Hintergrund, zumal die vermeintliche Übergangslösung keinen Grund zur Klage gab: Mit Vertriebschef Detlef Wittig, der den Posten übernahm, als eigentlich die Rente geplant war, gewinnt der Konzern Marktanteile.

Die Personalien seien für die reguläre Aufsichtsratssitzung am Freitag geplant, hieß es in Konzernkreisen. Vorher werden die Aufseher am Donnerstag allerdings noch ihre vor einer Woche unterbrochene Sitzung zu Ende bringen müssen. Es geht vor allem um die Fusionsverträge mit Porsche. Außerdem steht die Entscheidung über einen Kauf des insolventen Osnabrücker Cabrio-Spezialisten Karmann aus. Bisher konnten sich VW-Vorstand und Karmann-Gesellschafter nicht über den Preis einigen. Am Mittwoch hieß es, die Chancen für einen Abschluss hätten sich etwas verbessert.