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Niedersachsen VW investiert kräftig in die heimischen Werke
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW investiert kräftig in die heimischen Werke
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22:07 11.10.2010
Von Lars Ruzic
Hannover soll vor allem den europäischen Markt abdecken, wo sich inzwischen spürbar Interesse an dem ursprünglich für die Wachstumsregionen der Welt bestimmten Auto regt.
Hannover soll für VW vor allem den europäischen Markt abdecken. Quelle: Rainer Surrey (Archiv)
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Der Autobauer VW investiert Hunderte Millionen Euro in die heimischen Werke in Hannover, Wolfsburg und Kassel. Der Ausbau zeige, dass die Wachstumsstrategie von Konzernchef Martin Winterkorn auch den heimischen Standorten zugute komme, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh. „Volkswagen und seine Belegschaften sind auf Erfolgskurs. Und damit sind unsere Arbeitsplätze zukunftsfest.“

Weil die Zeit drängt, laufen die Vorbereitungen in den Standorten bereits auf Hochtouren, obwohl der Aufsichtsrat den Investitionen formal erst im November im Zuge der so genannten Planungsrunde zustimmen wird. Die Projekte im Überblick:

- In Wolfsburg soll die Kapazität für den Geländewagen Tiguan bis zum kommenden Frühjahr um ein Drittel gesteigert werden – von derzeit 750 auf 1000 Fahrzeuge täglich. Schon heute wird das Modell auf zwei Produktionslinien gebaut, doch die Nachfrage ist weitaus größer. Derzeit müssten Kunden bis zu vier Monate auf ihr Auto warten, heißt es. Der Tiguan ist der bestverkaufte Geländewagen in Deutschland und auch international gefragt.

- In Hannover muss die Produktion für den Pritschenwagen Amarok umgebaut werden, der von 2012 an im Nutzfahrzeugwerk vom Band laufen soll. Geplant ist eine Kapazität von 40.000 Fahrzeugen im Jahr. Hannover soll vor allem den europäischen Markt abdecken, wo sich inzwischen spürbar Interesse an dem ursprünglich für die Wachstumsregionen der Welt bestimmten Auto regt. Gleichzeitig soll die Montage insgesamt modernisiert werden. Zusammen kommen die Investitionen, über die der Aufsichtsrat im November noch entscheidet, allein auf einen dreistelligen Millionenbetrag. In einem Brief an die hannoversche Belegschaft sprach Betriebsratschef Thomas Zwiebler von einer „Chance, unseren Standort damit in jeder Hinsicht zukunftssicher zu machen“.

-In Kassel baut VW die Produktion seiner so genannten Doppelschaltgetriebe aus. Die spritsparenden und gleichzeitig sportlicheren und bequemeren Schaltungen gehören zu den Vorzeigeinnovationen im Konzern, für die viele Kunden bereit sind, bis zu 2000 Euro mehr auf den Tisch zu blättern.

Die Investitionen sind Teil des ehrgeizigen Wachstumskurses, mit dem Toyota bis 2018 als Weltmarktführer abgelöst werden soll. Mit neuen Werken in Russland, Indien und den USA erschließt sich VW derzeit Zugang zu bisher unterbelichteten Märkten. Der Absatz soll bis 2018 von 6,3 Millionen 2009 auf mehr als zehn Millionen Fahrzeuge steigen.