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Niedersachsen VW setzt Porsche Grenzen
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23:13 08.05.2009
Von Stefan Winter
VW Porsche
Gespanntes Verhältnis: VW und Porsche Quelle: David Hecker/ddp
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Die ungewöhnliche Stellungnahme ist ein Signal an die Kapitalmärkte, aber auch an Porsche: In Wolfsburg hält man wenig von der Fusion beider Unternehmen in einem neuen Konzern, die Porsche-Chef Wendelin Wiedeking betreibt. Dann brächte Porsche nämlich seine Schulden ein – und wohl eine schlechtere Bonität.

VW stehe unter den Autokonzernen besonders stabil da, die Bilanz sei solide, hieß es in Aufsichtsratskreisen: „Wir wollen uns da nichts reinmixen lassen.“ Porsche hat rund 10 Milliarden Euro Schulden, die durch eine Kapitalerhöhung halbiert werden sollen. Außerdem fürchtet man bei VW Risiken aus Porsches Optionsgeschäften, die von außen nicht einzuschätzen seien. Die Ratingagenturen Fitch und Moody’s prüfen bereits, welche Folgen eine Fusion mit Porsche für die VW-Bonität hätte und damit für die Kreditkonditionen des Konzerns.

Der VW-Vorstand und das Land Niedersachsen als zweiter großer VW-Aktionär hatten den Beschluss der Porsche-Eigner begrüßt, Beherrschungspläne bei VW aufzugeben und stattdessen über engere Zusammenarbeit zu reden. Doch aus VW-Sicht soll das nicht als Fusion, sondern als Integration des Sportwagenherstellers unter dem VW-Dach geschehen – unter anderem, weil dessen Finanzrisiken dann außen vor blieben.

Die Stuttgarter Darstellung, die Porsche-Eigner hätten sich bereits auf Fusion festgelegt, dementiert VW. Ziel der Porsches und Piëchs sei ein „integrierter Automobilkonzern“: „Das Konzept zur Erreichung dieses Ziels ist noch offen.“

Die beiden Familien hatten am Mittwoch unter dem Druck ihrer Finanzprobleme nur eine Grundsatzentscheidung getroffen. In den nächsten vier Wochen soll der Plan zusammen mit der Landesregierung und den Betriebsräten entwickelt werden. Die ersten Treffen auf Aktionärsebene sind bereits für Anfang nächster Woche geplant.