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Niedersachsen Volkswagen holt Frau in den Aufsichtsrat
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14:13 25.02.2011
VW ist mit knapp 30 Prozent an MAN beteiligt, der Münchner Konzern hält wiederum gut 17 Prozent der Stimmrechte an Scania.
VW ist mit knapp 30 Prozent an MAN beteiligt, der Münchner Konzern hält wiederum gut 17 Prozent der Stimmrechte an Scania. Quelle: dpa (Archiv)
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Volkswagen holt nach Informationen von „Focus Online“ für die Kapitalseite eine Frau in den Aufsichtsrat. Chefaufseher Ferdinand Piëch habe die schwedische Bankmanagerin Annika Falkengren für das Kontrollgremium gewinnen können, schrieb „Focus Online“. Volkswagen wollte zunächst dazu keine Stellung nehmen.

VW wolle mit der Berufung der 48 Jahre alten Leiterin der schwedischen Bank SEB zwei strategische Ziele erfüllen, heißt es bei „Focus Online“. Zum einen wolle der Konzern sich an der Spitze internationaler aufstellen. Vor allem aber solle im Aufsichtsrat auch auf Seiten der Anteilseigner eine Frau vertreten sein. Für die Arbeitnehmerseite sitzt bereits die IG-Metall-Funktionärin Babette Fröhlich in dem Gremium.

Neu in das Kontrollgremium einziehen soll auch ein zweiter Vertreter des Großaktionärs Katars. Der Aufsichtsrat wollte sich am Freitag dem Vernehmen nach mit der Vorschlagsliste für die Hauptversammlung Anfang Mai befassen. Das Gremium besteht aus jeweils zehn Mitgliedern auf Seiten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Die Amtszeiten von RWE-Chef Jürgen Großmann und des früheren Eon-Vorstands Michael Gaul laufen aus.

Der Autobauer Volkswagen drängt nach einem Zeitungsbericht auf ein baldiges Zusammengehen seiner beiden Lastwagen-Beteiligungen. VW-Patriarch Ferdinand Piëch wolle ein Übernahmeangebot der Konzerntochter Scania für MAN noch in diesem Frühjahr durchsetzen, schreibt die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf Finanz- und Unternehmenskreisen.

Der schwedische Lkw-Bauer, an dem VW die Mehrheit der Stimmrechte hält, solle die Offerte spätestens Anfang Mai vorlegen. Allerdings setze dies voraus, dass MAN zuvor seinen Streit mit dem Staatsfonds IPIC von Abu Dhabi über die Ex-Tochter Ferrostaal beilege. MAN hatte die Mehrheit an dem mittlerweile auch von einem Schmiergeldskandal erschütterten Industriedienstleister an IPIC verkauft, bevor die Vorwürfe bei Ferrostaal bekannt wurden. Der Golf-Staat weigerte sich daraufhin, die restlichen 30 Prozent von MAN zu übernehmen und forderte eine Ausgleichszahlung.

Nach dem 2006 gescheiterten Versuch von MAN, Scania zu übernehmen, muss Piëch eine stabile Balance zwischen den beiden Konkurrenten finden. In Deutschland drohe sonst auch der Widerstand von IG Metall und Politik, schreibt die Zeitung.

VW ist mit knapp 30 Prozent an MAN beteiligt, der Münchner Konzern hält wiederum gut 17 Prozent der Stimmrechte an Scania. Über eine Fusion der beiden Lastwagenbauer unter dem Dach von Scania wird bereits seit Monaten spekuliert. Der Wolfsburger VW-Konzern äußert sich dazu nicht.

dpa