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Niedersachsen ZF startet zweiten Übernahmeversuch
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen ZF startet zweiten Übernahmeversuch
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17:07 28.02.2019
Der Zulieferer und Systemspezialist Wabco ist seit langem auch in Hannover ansässig. Quelle: Rainer-Droese
Hannover

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen greift erneut nach dem Bremsenspezialisten Wabco. Beide Unternehmen bestätigten Donnerstag erste Gespräche, es gebe aber noch keine Beschlüsse, hieß es unisono nach einem entsprechenden Bericht des „Handelsblattes“. Bereits vor zwei Jahren hatte der Fahrwerks- und Getriebehersteller vom Bodensee die Übernahme des amerikanisch-belgischen Konzerns vorbereitet – die Pläne wurden jedoch von den ZF-Eigentümern gestoppt. Der damalige Unternehmenschef Stefan Sommer musste gehen, inzwischen ist er bei VW als Konzernvorstand für die Komponentenwerke zuständig.

Die 1915 in Friedrichshafen gegründete „Zahnradfabrik“ war zunächst eine Tochter des Luftschiffbauers Zeppelin – inzwischen zählt der Konzern mit 146.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 36 Milliarden Euro zu den großen Autozulieferernt. Zu den Marktführern Bosch und Continental klafft noch eine Lücke, durch die Übernahme der 1869 als „Westinghouse Air Brake Company“ entstandenen Wabco mit rund 13.000 Beschäftigten und Erlösen von knapp 2,5 Milliarden Euro würde der Abstand aber deutlich schrumpfen.

In Friedrichshafen strebt man jedoch nicht nur nach Größe: Der Konzern sucht bereits seit Längerem nach einer Gelegenheit für einen Einstieg ins Lkw-Bremsengeschäft. Wie schon bei der Übernahme des US-Konkurrenten TRW vor vier Jahren gehe es für ZF darum, sich als Systemlieferant für die Elektromobilität und das autonome Fahren zu etablieren. In beide Felder will der Konzern mehr als 12 Milliarden Euro investieren. Bremsen unterstützen mit ihrer Sensorik die Fahrerassistenzsysteme.

Das Volumen einer Wabco-Übernahme wird in der Branche auf bis zu 8 Milliarden Euro taxiert. Das Geld dafür ist in Friedrichshafen offenbar wieder vorhanden, nachdem ZF seinen Schuldenstand deutlich verringert hat. Das war noch anders, als der damalige Konzernchef Sommer nach dem dem rund 12 Milliarden Euro teuren Erwerb von TRW und dem gescheiterten Kauf des schwedischen Bremsenherstellers Haldex 2017 den ersten Versuch zu einer Übernahme von Wabco startete. Auch deshalb habe sich der Aufsichtsrat quer gestellt, hieß es seinerzeit.

In Niedersachsen sind sowohl ZF als auch Wabco tief verankert. Seit der Übernahme der Lemförder Metallwaren Mitte der achtziger Jahre unterhält ZF acht Standorte am Dümmer mit aktuell rund 3600 Mitarbeitern. In Damme, Diepholz, Dielingen und Wagenfeld werden beispielsweise Spurstangen, Lenker, Gummi-Metall-Komponenten, Schaltsysteme und Lkw-Teile produziert. Die nach den Gründern der Lemförder Metallwaren benannte „Dr. Jürgen und Imgard Ulderup Stiftung“ ist mit rund 6 Prozent an ZF beteiligt, die Mehrheit liegt in den Händen der Zeppelin-Stiftung.

Wabco hat seinen ersten Standort in Hannover 1884 gegründet und hat am Lindener Hafen erst im vergangenen Jahr sein neues Entwicklungszentrum eröffnet. Rund 750 Ingenieure arbeiten hier an Antiblockiersystemen, Abbiegeassistenten und weiteren Komponenten für Lkw und Busse, insgesamt beschäftigt Wabco in der Landeshauptstadt 2500 Mitarbeiter.

Von dem erneuten Übernahmeinteresse hätten die Mitarbeiter über einen Aushang am „Schwarzen Brett“ erfahren, verlautete aus Gewerkschaftskreisen: „Da stand aber auch nicht mehr drin als in der offiziellen Verlautbarung.“ Von Seiten der Beschäftigten gebe es natürlich viele Fragen, sagte ein Beteiligter: „Wir nehmen das schon ernst.“ Weder das Unternehmen noch der Betriebsrat wollten sich auf HAZ-Anfrage zu den Perspektiven für Wabco äußern.

Von Jens Heitmann

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