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Niedersachsen Wabco hat 345 Arbeitsplätze in Hannover und Gronau geschaffen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wabco hat 345 Arbeitsplätze in Hannover und Gronau geschaffen
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23:01 23.09.2010
Von Lars Ruzic
Wabco hat Hannover und Gronau neue Arbeitsplätze geschaffen.
Wabco hat Hannover und Gronau neue Arbeitsplätze geschaffen. Quelle: Christian Behrens
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Der Nutzfahrzeugzulieferer Wabco hat etwa die Hälfte des in der Krise notwendig gewordenen Stellenabbaus in Hannover und Gronau wieder wettgemacht. Seit Jahresbeginn habe das Unternehmen in Niedersachsen 345 Arbeitsplätze geschaffen, sagte Konzernchef Jacques Esculier dieser Zeitung. Zwei Drittel der Stellen sind befristet.

Die Branchenkrise hatte Wabco besonders hart getroffen. Die Einbrüche lagen teils bei 60 Prozent. Das Unternehmen verringerte die Beschäftigtenzahl in Hannover und Gronau um mehr als 700 auf rund 2500.

Esculier sprach von einer Achterbahnfahrt. Ebenso steil, wie es zunächst bergab ging, fahre der Wagen nun wieder nach oben. „Aber es gibt immer noch viel Unsicherheit“, sagte der Chef des auf Brems- und Regelsysteme im Nutzfahrzeug spezialisierten Unternehmens. Wabco habe die Krise genutzt, um sich intensiver um die Wachstumsmärkte der Zukunft zu kümmern. Heute sei man in China, Indien und Brasilien Marktführer. Gleichzeitig habe man die Forschung intensiviert. In Hannover – der Entwicklungszentrale des US-Konzerns – „haben wir jetzt mehr Ingenieure als vor der Krise“.

Esculier hätte gern mehr Geld in Forschung und Entwicklung investiert, doch hat ihn eine Kartellstrafe der EU-Kommission davon abgehalten. Wabco musste wegen Verstößen der früheren Schwesterfirma Ideal Standard 326 Millionen Euro nach Brüssel überweisen. Die Kartellwächter hatten Ideal Standard und andere Hersteller von Armaturen, Badewannen oder Duschkabinen – wie etwa Villeroy & Boch – der Preisabsprachen bezichtigt und Bußgeldstrafen in Höhe von 622 Millionen Euro verhängt.

Dass Wabco die Summe von Ideal Standard übernehmen muss, war bei der Zerschlagung des einstigen Mutterkonzerns American Standard festgelegt worden. „Sicherlich bedroht das unsere Firma nicht, und die Strafe ist auch schon bezahlt“, sagt Esculier. Gleichwohl habe man Einspruch gegen das „unverschämt hohe Bußgeld“ eingelegt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir es noch senken können.“

Auf EU-Politiker ist der frühere Luft- und Raumfahrtmanager nicht besonders gut zu sprechen. Die USA und China förderten Zukunftstechnologien mit Milliarden – in Europa passiere nichts. Dabei sei gerade die Nutzfahrzeugbranche als Treiber wirtschaftlichen Wachstums bestens dafür geeignet.

Derzeit plagen die Branche bei diversen Vorprodukten Engpässe. „Es ist ein gewaltiger Kampf, rechtzeitig an sein Material zu kommen“, berichtete Esculier. In Einzelfällen hätten Wabco-Mitarbeiter Waren per Flugzeug im eigenen Koffer transportiert, um sie rechtzeitig weiterverarbeiten zu können.

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