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Niedersachsen Wedemärker Audiospezialist Sennheiser geht gegen Fälscher vor
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wedemärker Audiospezialist Sennheiser geht gegen Fälscher vor
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21:50 31.03.2011
Von Helmuth Klausing
Dieses Polizeifoto aus China zeigt einen Blick in die Fabrik in Enping, in der gefälschte Mikrofone mit „Sennheiser“-Schriftzug entstanden. Quelle: Polizei
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Verschiedene Hersteller von Mikrofonen und Kopfhörern gehen jetzt gemeinsam gegen Produktpiraten vor. Allein dem Wedemärker Audiospezialisten Sennheiser entsteht durch gefälschte Waren jährlich ein Schaden von mehreren Millionen Euro, wie Sennheiser-Geschäftsführer Volker Bartels, Sprecher der Unternehmensleitung, am Donnerstag sagte.

Zudem sei der gute Ruf der Marke in Gefahr, wenn vermehrt Produkte aus dunklen Quellen und mit minderer Qualität unter dem Namen Sennheiser verkauft würden, erläuterte Bartels. Deshalb habe man sich in der Branche entschlossen, gemeinsam gegen die Fälscher aus Fernost vorzugehen. „Wenn einer was hört, informiert er die anderen“, sagte Bartels. Es habe sich auch gezeigt, dass in einer Fälscherwerkstatt nur selten eine Marke nachgeahmt werde. In der Regel finde man Plagiate von Produkten vieler verschiedener Markenhersteller.

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Zuletzt ließen die Hersteller Sennheiser, Shure, Harman und Audio-Technica mit einer Anzeige eine Fälscherwerkstatt in der südchinesischen Provinz Guangdong hochgehen. Die Stadtpolizei von Jiangmen habe bei einer Razzia in der Fabrik und drei Warenlagern mehr als 1200 gefälschte Audiogeräte beschlagnahmt – Mikrofone, Lautsprecher, Verstärker und Mischpulte, die unter den genannten Markennamen über das Internet verkauft werden sollten.

Auch täuschend echt aussehende Verpackungen fielen den Fahndern in die Hände. Zum Zeitpunkt der Razzia waren aus der Fabrik bereits gefälschte Geräte im Wert von umgerechnet 200.000 Euro verkauft worden, die beschlagnahmten Produkte hätten einen Wert von rund 390.000 Euro gehabt, hieß es.

„Mit dieser Razzia in Enping ist uns eine sehr wichtige Aktion gelungen, um unser geistiges Eigentum und somit das Unternehmen mit seinen Arbeitsplätzen zu schützen“, sagte Bartels. Sennheiser gehe mittlerweile sehr offensiv mit dem Problem der Produktpiraterie um. Inzwischen habe das auch in China zum Umdenken geführt, weil dem Land an einem guten Ruf gelegen sei. Sennheiser forscht nach Bartels’ Worten im Internet gezielt nach vermeintlichen Schnäppchenangeboten der eigenen Produkte, um so möglichen Fälscherbanden auf die Spur zu kommen. „Wir beobachten die üblichen Handelsplattformen im Internet und sind auch mit deren Betreibern im Gespräch, wenn wir den Verdacht haben, dass dort gefälschte Ware verkauft werden soll.“